Elina
27 Jahre
selbstkritisch, paradox, aber stilsicher

Sonntag, 25. August 2013


An sich war es ja wirklich ein schöner Tag.
Morgens mit meinem Daddy und seiner Frau frühstücken, extra was weites angehabt, nicht geklappt, sie hat theatralisch die Hände über'm Kopf zusammen geschlagen und Daddy sagte nur: "Wow, bist du dünn geworden!", sie: "Ne..das ist zu viel...das ist doch nicht mehr schön...du frühstückst aber heute für 3!" - 15 Minuten später wusste dann auch der benachbarte Tisch von meinem Essproblem und somit hatte ich das Gefühl, dass zu den bereits vorhandenen zwei Augenpaaren, die meinen Buffetgang verfolgten, nochmal zwei hinzukamen, grandios. Essen hat an sich erstaunlich gut geklappt, ich hatte einen Joghurt mit Müsli und Früchten, hat mein Körper immerhin teilweise drin behalten :-D (Ich muss das hier mittlerweile mit Humor sehen, sonst dreh ich durch.) Gespräche über Zukunftspläne, Bummel durch die Stadt, Verabschiedung, ein paar Tränchen, Versprechen Nr.1, wieder mehr zu essen und ein wenig zuzunehmen. Nachmittags eine schlecht gelaunte Mama, 1 kleines Stück Kuchen und ein Croissant - eine lächelnde Mama, Kippchen über Kippchen, abends Familienversammlung bei uns, offene Talkshowrunde Thema: Elinas Figur, Versprechen Nr.2, wieder mehr zu essen und ein wenig zuzunehmen, Sekt, Salzstangen, Beatles im Radio, 1 Teller Gemüse mit Sauce Hollandaise (Heilige Maria Gottes!), kleinen Nachschlag, Magen wütet, rauchen rauchen rauchen, kein Nachtisch, Batida Kirsch, Magen wütet, tanzende Tanten und Onkel, Gespräche, die das Ende einläuten, Verabschiedungen, Umarmungen, Oma's feste Umarmung und ein Tränchen in ihrem Auge, welches mir das Herz zerreißt, "Bitte...versprich's mir! Iss etwas mehr...deine Ärmchen!" Versprechen Nr.3, Batida Kirsch, entschlossener Gang in die Küche, für Mama und Oma und Daddy, (WHEEP WHEEP FEHLER, FEHLER LASS ES EINFACH!), 1 Stück Kuchen, 4 Stücke Milka Oreo, Erdnüsse, ein bisschen Gemüse, Chips, mit Sicherheit noch irgendwas, ab auf die Couch, Wolldecke, Lillifee-Kissen, kugelrunder Bauch, Magen wütet, einrollen, Magen kreischt, Toilettengang, Couch, Dexter, Toilettengang, Wärmeflasche, Bett.


Wie gut, dass ich weiß, dass ich morgen fasten kann und dass wahrscheinlich nur 1/3 von dem ganzen, ganzen schrecklichen Zeug überhaupt von meinem Körper aufgenommen wurde, auch wenn mein Magen mich beunruhigt, lieber so als wenn alles drinbleiben würde. Diese Blicke meiner Familie tun mir weh. Und die Versprechungen auch. Ich will ja, aber ich kann nicht. in 24 Stunden dürfte mein Magen hoffentlich wieder ganz leer sein, bis dahin werde ich wohl einfach nur im Bett herumrollen,
alle Termine für morgen werden abgesagt,
ja das klingt sehr gut.


Gute Nacht, meine Herzen! 

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