Elina
27 Jahre
selbstkritisch, paradox, aber stilsicher

Freitag, 28. Februar 2014


Jetzt wo ich diese Entscheidung erstmal so für mich getroffen hab, geht's mir gleich besser.
Das ist so widersprüchlich, ahahahah.
Irgendwie bin ich nun etwas befreiter, auf meinen Schultern lastet nicht mehr so ein riesen Druck und Selbstanspruch, dem ich gerecht werden muss. Ich muss nämlich Garnichts.
Und ich will ja auch garnicht dahin zurück wo ich war, so tief will ich garnicht mehr. Nur ein bisschen tief, so'n bisschen bis ich mich wieder sicherer fühle.
Ich hab nen Plan, yaayayyy.
Pläne sind toll!
(Ganz weit hinten, in der hintersten Ecke meines Bewusstseins, schreit eine Stimme verzweifelt nach Hilfe, bitte, seht genauer hin, da läuft grad was gewaltig aus dem Ruder#)
 
FIN
Gestern von 16Uhr bis 2Uhr nachts durchgetrunken, jawoll,
dementsprechend geht es mir auch heute.

Ja, meine Heimatstadt. Ich hasse sie so sehr. Ich bin traurig wegen der Tatsache, dass ich so oft auf mein Äußeres reduziert werde, manchmal hab ich das Gefühl, dass niemand mich wirklich so kennenlernen will, wie ich bin.
Dann lieber ganz unsichtbar sein...dann bleiben mir solche Enttäuschungen erspart.
Ich habe mir grad was zu Essen gemacht, aber konnte es nicht anrühren.
Heute Nacht fahre ich zu meinem Dad, ich hoffe ich bin dort nicht unter Dauerbeobachtung und kann ein bisschen hungern. Ja, ihr lest richtig. Ich will grad nicht mehr...es tut mir leid. Das jetzt so zu lesen treibt mir zwar die Tränen in die Augen, aber...so ist es. Ich kann mein Spiegelbild nicht ertragen, irgendwie dachte ich, dass ich mich über Kurven freuen könnte, aber ich kann's nicht. Alle sagen mir, wie toll ich aussehe und genau das will ich einfach nicht hören. Ich will, dass niemand überhaupt etwas zu meinem Körper sagt, dass einfach niemand ein Wort darüber verliert, egal wieviel ich wiege.
Ich lag bis vorhin regungslos eingerollt auf der Couch, immer das gleiche Lied im Loop, und da war dieser Schmerz, der alles so taub gemacht hat, ich konnte mich einfach nicht bewegen, konnte nicht denken, nur der Musik lauschen, bis ich irgendwann alle Kraft zusammengenommen habe und aufgesprungen bin, mir Laufschuhe und eine Jacke angezogen habe und joggen gegangen bin. - Nein eher bin ich gerannt, bis meine Beine irgendwann schlapp gemacht haben und ich nach der frischen Waldluft geschnappt hab, bis sich mein Herzschlag wieder normalisiert hatte. Und in dem Moment hab ich den Entschluss gefasst, aller Vernunft entgegen, dass ich so nicht weitermachen kann. Weil dann alles wieder schlimmer werden würde. Weil ich dann wieder enttäuscht werde, weil dann jeder Schritt so unsicher ist, weil ich noch nicht die Kraft habe, mir da draußen meinen Platz zu erkämpfen. Und aus dem Grund habe ich vermutlich letztes Jahr entschieden, in meine eigene Welt zu flüchten. Und ja, heute möchte ich den schnellsten Zug dorthin zurück nehmen.

Und ich kann mit niemandem drüber reden außer mit euch.
Und darum könnte ich den Blog niemals löschen, egal wie weh es manchmal tut, zu schreiben. 

Dienstag, 25. Februar 2014

 
Ich brauch' Struktur, irgendetwas, an das ich mich halten kann.
In den Tag "reinleben", und das auch noch hier, in meiner Heimatstadt,
tut mir einfach nicht gut.
Da draußen wartet ein Paket voller Leben mit roter Schleife auf mich und ich will es auspacken, verdammt.
 
Freitag Nacht geht es erstmal zu meinem Dad nach Österreich und danach zurück in meine Studentenstadt.
  

Montag, 24. Februar 2014

Hallo Nikon!

Willkommen in meinem Besitz ♥
 
 

Der Tag ist zu schön und hell, um Angst zu haben.
Die Sonne scheint durch die Balkontür und erhellt die ganze Wohnung.
Ein heller, sonniger Fleck, da wo du immer lagst.
Ich sitze eingehüllt in einer Wolldecke und im Riesen-hoodie auf der Couch, drehe mir eine Zigarette, nippe an meinem Kaffee. Die Bäume tanzen draußen im Wind zu Milky Chance im Radio, und in dem Moment entscheide ich mich für das einzig Richtige - ich werde diesen Tag nicht einfach so verstreichen lassen. Ich schreibe meinem Bruder, ob wir uns später sehen können, wir verabreden uns zum Mittagessen, werden nach Subway fahren und uns dann in den Garten setzen. Ohh ich freue mich auf mein Katerchen und einfach darauf, mit meinem Bruder über oberflächliche Themen zu quatschen. Und heute Abend geh ich mit meiner besten Freundin zum Crossfit-Training.
Und jetzt mach ich noch ein kurzes Crunch-workout, dann schmink ich mich zur Abwechslung mal wieder, zieh mir meine Lieblingsjeans an, setz meine Ray-Ban auf und dann wird das schon.
Euch allen einen guten Start in die Woche :-*
 
Es hat sich nichts geändert.
Grad scheint "alles cool"
Aber
bald wird es wieder von vorne losgehen.
I can feel it.
Was mache ich mir hier vor?
Warum sollte jetzt auch alles anders sein?
Es wird immer wieder von vorne losgehen.
Ich hab immernoch zuviel Angst.
Angst weiterzumachen, Angst zurückzugehen.

-Wenn das,
vor dem du wegrennen willst,
du selbst bist.-

Hier jeden Abend zu sitzen und alles zu hinterfragen,
und nur wenn ich allein bin, mich so schwach fühlen zu dürfen,
das ist so anstrengend.

Vielleicht sollte ich einfach lernen
zu akzeptieren,
dass es Dinge gibt,
die ich noch nicht in der Lage bin zu ändern.
Vielleicht wird es dann einfacher.




Donnerstag, 20. Februar 2014


Meine Fragen:
1. Was oder wen kannst du überhaupt nicht ausstehen?

Wenn ich streiten will, und derjenige nicht zurückstreitet.
Menschen, die nicht tierlieb sind und Umweltverschmutzer.
Menschen, die sich extrem schlau fühlen, obwohl sie es offensichtlich nicht sind.
Aufmerksamkeits-opfer.

2. Wie wichtig ist dir dein Blog?

Schon wichtig mittlerweile. Grad für Gedanken, die ich nicht aussprechen kann.

3. Welche Musik(richtung) hörst du am liebsten?

Indie-Pop, Alternative, Rock.

4. Sommer oder Winter? Was magst du lieber und warum?

Sommer, weil die Tage länger sind und man draußen sitzen kann.

5. Hast du schon mal Drogen genommen?

Ja, aber bin ich kein Fan von.

6. Wo würdest du gerne wohnen? Würdest du evtl. auch auswandern?

Am Meer. Ja vielleicht irgendwann mit dem richtigen Mann.

7. Hast du eine eigene Wohnung oder lebst du noch bei deinen Eltern?

Eigene Wohnung.

8. Hast du zur Zeit einen Freund / eine Freundin?

Nein.

9. Würdest du etwas in deinem Leben rückgängig machen, wenn du könntest?

Einiges.
Aber geht leider nicht also raise your glass.

10. Wer ist dein größtes Idol und warum?

Charakterlich gibt es da niemanden, weil man den Menschen ja auch nur vor den Kopf gucken kann, aber optisch wären es Jessica Lowndses, Ellie Goulding und Victoria Justice.

11. Würdest du von dir selbst behaupten, dass du eine Essstörung hast?

Jau.


Ich glaub ich mag niemanden nominieren, weil ich garnicht weiß, wer genau mir überhaupt folgt, dem ich auch folge usw. Vielleicht die Tage mal :-)

Mittwoch, 19. Februar 2014

Ich danke dir, für so viele schöne Spaziergänge. Dafür, dass du als Kind der beste Kummerkasten warst. Deine pure Lebensfreude, die so ansteckend war. Du warst der hübscheste Welpe der Welt, mit deinen riesigen, blauen Augen. Mehr als mein halbes Leben durfte ich mit dir verbringen, ohne dich wird alles anders sein, nichts wird dich ersetzen können. Hab keine Angst, du wirst den besten Platz im Himmel bekommen. Wir lieben dich, für immer.

Sonntag, 16. Februar 2014

2 Caipirinha, 1 Jumbo Cocktail mit Red-Bull, Weißwein, Bierchen, Tequila als Krönchen oben drauf.
Tanzen Tanzen Tanzen, flirten, rauchen, schwitzen, frei sein. Auf dem Weg nachhause bei MC Donalds vorbei, um 6:03Uhr einen Veggie-Wrap mit Pommes und Mayo frühstücken, schlafen. um 11:36Uhr die Augen öffnen und sterben. Oh Gott ich bin so dermaßen verkatert und müde. Andere Menschen würden diese Nacht als absolut gelungen bezeichnen - das Einzige, was bei mir im Kopf geblieben ist, waren die ekelhaften, fettigen Kalorien die ich konsumiert habe. Mein Schädel dröhnt und ich hasse mich so sehr dafür, ich sehe dass ich zugenommen habe. Bestimmt 2kg. Der Blick in den Spiegel tut so weh. Ich kann das nicht, ich will nie mehr so ungesund essen, nie mehr. Nie mehr möchte ich Pommes in der Hand halten, nie mehr will ich Bier trinken. Nie mehr will ich essen. Morgen muss ich hungern, sad story. Und dann mal weitersehen und hoffen, dass dieser Ekel endlich vergeht. 
Warum kann man nicht einfach solange schlafen, wie man will?
Ich bin so müde und doch so wach...

Meinem Hund geht es zunehmend schlechter, er kann kaum noch essen und schlucken. Ich hoffe so sehr, dass er bis Dienstag durchhält, dass ich ihn noch einmal in den Arm nehmen kann und meinen Kopf in seinem Fell vergraben...ich habe so Angst vor dem Tag, an dem er eingeschläfert wird, ich darf garnicht dran denken.

Die Situation hier ist irgendwie kaum noch auszuhalten, vermutlich weil ich einfach so Heimweh habe. 
2 Nächte noch.
Hoffentlich bin ich bis dahin nicht mehr ganz so wertlos.
Eigentlich will ich diesen einzig netten, positiv besetzten Menschen noch einmal kurz sehen und dann gibt's hier nichts mehr, für das es sich noch lohnen würde, hier zu sein.
Irgendwie kann ich grad kaum in Worte fassen, wie beschissen es mir geht.

Übrigens hängen bei Tumblr nur Untergewichtige ab.
Macht richtig Bock, sich das zu geben.
Nicht.



Sonntag, 9. Februar 2014

...hab soviel Stärke soviel Kraft doch keine Waffen um gekonnt dagegen anzukämpfen#

Hello, da bin ich. Die letzte Woche war die reinste Achterbahnfahrt, teilweise ging es mir unbeschreiblich gut und ich hab mich so auf meine Zukunft gefreut und mich so stark gefühlt. Doch vor ein paar Tagen waren da wieder diese Zweifel, diese Gedanken und diese Angst, ganz langsam schlichen sie sich in meinen Hinterkopf, erst hab ich sie gekonnt ignoriert, doch dann wurden sie so groß, dass sie nicht mehr zu verdrängen waren. Erst unbewusst, dann leider bewusst, hab ich angefangen, wieder Mahlzeiten einzuschränken, zu viel zu trainieren, mich selbst auszutricksen. Die üblichen Handlungsabläufe und Verhaltensmuster - sie sind einfach noch zu vertraut. Angefangen bei Kaffee und Kaugummi en masse bis hin zu Salat ohne Dressing zu den Hauptmahlzeiten. Vorhin, beim Abendessen, bin ich extra direkt zum Salat gelaufen, hab meinen Teller gefüllt und dann schnell zurück zum Platz. Mehr gibt's dann halt heute Abend nicht, Elina, denn wer wärest du, wenn du ein ZWEITES Mal zum Buffet laufen würdest? Das ist ein absolutes No-Go, das machen nur verfressene Menschen ohne Beherrschung. Was würden denn die anderen Leute denken?

Selbst wenn ich das hier schwarz auf weiß lese, könnte ich in schrilles Gelächter ausbrechen, weil es einfach so dumm ist.
Ein anderes Wort habe ich für solche Gedanken nicht. 
Trotz dieses momentanen kleinen Tiefs ist aber noch nichts verloren. Ich glaube auch, dass das wieder vorüber geht, nach 4 Monaten harter Arbeit an meiner Genesung kenne ich diverse Stadien von mir und ich hab mich von jeder vermeintlichen Resignation immer wieder erholt und neuen Mut gefasst. Und ein paar Tage "rückfällig" zu werden, das darf ich mir auch mal erlauben...oder?
Es ist nur...die Angst, dass ich diese bestimmten Verhaltensmuster wohl nie ganz werde ablegen können, und das würde mich sehr traurig machen. Weil ich mir zum Beispiel denke, dass nach 4 verdammten Monaten die Angst vor Kohlenhydraten doch endlich verschwunden sein müsste? Ungelogen, das letzte Stück Backware, welches ich gegessen hab, war wirklich dieser Blaubeermuffin, wann war das...vor 2 Wochen? Das ist doch Mist. Und das macht mir wiederum Sorge vor der Zeit zuhause, in 10 Tagen bin ich hier endlich durch und ich freue mich sehr, aber gleichzeitig kann ich nicht einschätzen, in wieweit ich mir zuhause vertrauen kann. Gewisse Kommentare von anderen Menschen können mich nach wie vor extrem beeinflussen, eine falsche Anmerkung und schon hab ich wieder ein Brett vorm Kopf. Dazu kommt die Freiheit, wieder auf meine "Safe-food"-Artikel zurückgreifen zu können und meiner Waage wieder mehrmals täglich Besuche abzustatten.
Das kann doch nicht sein, dass das überhaupt eine Option zu sein scheint?
Diese Lebensweise hat so gut wie alles kaputtgemacht und trotzdem...bin ich einfach zu primitiv, um dieses Ausmaß irgendwann mal ernsthaft zu begreifen?
In manchen, kleinen Momenten, wenn ich zurückdenke, an die schlimmste Zeit, Sommer/Herbst, dann wird mir richtig schlecht vor Hass und Fassungslosigkeit, wie konnte ich mir das antun und alles in den Sand setzen? Wie konnte ich nur? 
... 
Mir wurde hier oft gesagt, dass ich mir deswegen keine Vorwürfe machen darf, ich hätte keine Schuld daran, es wäre eine Krankheit. Trotzdem...ich habe mich nunmal irgendwie dafür entschieden, darum bin ich auch die Schuldige. Dann kommt immer: "Hey, ja vielleicht hast du dich irgendwann dafür entschieden, aber ab einem Zeitpunkt hat die Krankheit die Überhand genommen, und ab da hast nicht mehr du gehandelt, sondern die Essstörung."
Ja, weil ich es bin. Ich bin die Essstörung, diese Gedanken, diese Handlungen, das alles kommt ja nicht durch äußere Einflüsse, wie eine Grippe, sondern aus meinem Innern. 
Ich bin Elina, diejenige, die bei der Vorstellungsrunde hier immer nur sagt: "Hallo ich bin Elina, 21J. und bin wegen einer Essstörung hier." Ich bin sogar zu feige, um das Wort "Magersucht" in den Mund zu nehmen, ich hasse es. 
Ich will doch so viel mehr sein.
Diese Krankheit macht mir ne scheiß Angst. Ich kann absolut nicht einschätzen, wie stabil ich wirklich bin. In wie weit ich mir manchmal selbst was vormache, was ich schon alleine schaffe und was nicht. Und dazu noch die Frage, was die Menschen zuhause mir schon zutrauen und von mir erwarten.
Mir graust schon davor, dass mein Umfeld denken könnte, dass jetzt alles wie früher sei und ich sie dann enttäuschen werde, wenn mich bestimmte Situationen noch überfordern. 
In meinem Kopf, kurz vor der Klinik, war der Zeitpunkt, an dem ich nachhause komme, ein ganz anderer. Erstens war dieser in meinen Vorstellungen schon viel eher, ich war der festen Überzeugung, dass ich Anfang des Jahres schon locker nachhause fahren würde. Zweitens hatte ich mich schon "gesund" gesehen, kurvig und vor Lebensfreude
strotzend, selbstbewusst wie eh und je. 
BULLSHIT.

Ich will endlich frei sein, ich will ich will ich will. Aber vielleicht darf ich mir einfach nicht so viel Druck machen, es wird sich schon alles zum Guten wenden...
Die wichtigste Entscheidung hab ich ja schon ganz sicher getroffen - ich will leben.