Elina
27 Jahre
selbstkritisch, paradox, aber stilsicher

Dienstag, 31. Dezember 2013

Ich wünsche euch Süßen einen guten Rutsch in das neue Jahr.
Und ich hoffe, dass wir alle heute in einem Jahr die Menschen geworden sind, die wir sein möchten. Und mit Menschen mein ich Menschen und nichts, das wir durch ein Gewicht oder eine Zahl definieren müssen...sondern dass wir ganz viele andere Eigenschaften an uns entdecken und lieben lernen können.
Das wünsch ich uns wirklich.
Wir ham's doch verdient, wir sind doch garnicht so scheiße.
Feiert schön :-*

Sonntag, 29. Dezember 2013


Ich dreh durch, bin kurz vorm gedanklichen Amoklauf. 

Alles an mir ist so rund, mein Mondgesicht, mein Bauch, meine Oberschenkel. Ich wette, dass ich diesmal zugenommen hab. Ich sehe es so extrem wie nie. 
Nää, alles über 45, allerALLERhöchstens 46 ist momentan nicht drin, geht einfach nicht. Ich brauch definitiv 'ne Auszeit, kein EINZIGES Gramm mehr kann ich akzeptieren. Am besten wieder auf die 45 runter, falls es morgen mehr sein sollte, und dann erstmal auf den Pause-button drücken für ein paar Wochen und mich wieder sammeln. Und dann neu motiviert in die nächste Runde starten. Ich hab hier grad alles so satt (im wahrsten Sinne des Wortes, harhar), jede einzige Regel geht mir auf die Nerven, die Menschen hier gehen mir auf die Nerven,
 ich geh mir selbst auf die Nerven. 
Gleich kommt meine Mum mich besuchen, dann werd ich ihr die frohe Botschaft nochmal übermitteln, morgen meiner Therapeutin und dann bin ich hoffentlich spätestens am 7.Januar erstmal raus hier. 
Ab in die Freiheit...zurück in alte Gewohnheiten? 
Nein, dahin will ich nicht zurück, niemals wieder. 
Nur kurz durchatmen...

Samstag, 28. Dezember 2013

Ich sitze im Bett, das Zimmer ist leer, die ganze Station ist leer. 
Die wenigen Mitpatienten, die über das Wochenende hier geblieben sind, machen sich einen schönen Abend außerhalb der Klinik. Auch Silvester werden alle zuhause oder außerhalb feiern. Und ich sitze hier fest, seit fast 9 Wochen. Und seit 4 Wochen hab ich nicht ein einziges Gramm zugenommen, selbst Zuhause über Weihnachten nicht. Das ist so frustrierend, ich habe die zweite Ermahnung an der Backe und dabei war ich doch so motiviert die letzten Tage, ich verstehe es nicht. Seit gestern Abend denke ich über eine sogenannte "Therapie-pause" nach, das bedeutet, dass ich für ein paar Wochen nachhause fahren könnte, mir eine Pause von dem ganzen Druck hier nehmen und dann bald nochmal neu hier beginnen. Die einzige Bedingung ist, dass ich das aktuelle Gewicht halten muss, weil ich sonst nicht wieder aufgenommen würde. Dieses Angebot klingt grad so verlockend, denn momentan halte ich es hier wirklich kaum mehr aus, besonders nicht nach Weihnachten, ich hab so schreckliches Heimweh und darf erst das nächste Mal in Stufe 3 nachhause, bis dahin sind es noch über 3kg - klingt nicht viel, ich weiß. Aber für mich ist es momentan eine Sache der Unmöglichkeit, ich geb hier wirklich alles und scheinbar reicht es immernoch nicht. Und mehr essen kann ich nicht...nicht momentan. Kaum steigere ich die Kalorien-anzahl, sinkt meine Befindlichkeit in den Keller und ich bin kaum mehr aufnahmefähig in den Therapien, geschweige denn für Geselligkeit oder Gespräche mit Gruppenmitgliedern. Von daher wäre eine Pause vielleicht ganz gut. Vielleicht könnte ich für ein paar Wochen zu meinem Dad, einfach abschalten. Meine Mum ist absolut nicht begeistert von der Idee, sie glaubt nicht daran, dass ich das Gewicht halten könnte in der Zeit, aber ich weiß, dass ich das schaffen kann. Und das Gute ist, dass es wirklich meine Entscheidung ist. Und wenn es mir hier nicht gut geht, und ich vielleicht sogar bald rausfliege, wenn ich die dritte Ermahnung bekomme, dann mache ich lieber eine Pause und tanke neue Kraft und Motivation. Mein Dad hat das grad am Telefon schonmal befürwortet, ich war so erleichtert.

Meine Beine tun sauweh, gestern Abend hatte ich so ein verschissenes Tief; erstmal war ich so enttäuscht von der Zahl auf der Waage, dann hab ich ganz viele OREO-Kekse gegessen und Zack, direkt ging wieder garnichts mehr. Ich hab mir die Jacke geschnappt, meine Boots angezogen und bin nach draußen und gerannt, bis ich irgendwann um kurz vor 22Uhr mit brennenden Lungen und tauben Beinen an irgendeiner Straßenecke stand. Und so ist es IMMER - kaum esse ich mehr, als mein "persönliches Limit", ergreife ich entweder Gegenmaßnahmen oder falle in ein Riesen-loch. Und um mir solche Situationen zu ersparen, esse ich dann lieber jeden Tag nur eine bestimmte Menge, die für mich noch in Ordnung ist und nehme dann dementsprechend scheinbar nicht zu. Und aus dieser Zwickmühle komme ich seit 4 Wochen nicht mehr raus. Und darum brauche ich ne Auszeit. Jetzt, wo ich das alles aufschreibe, wird es mir noch klarer. 
Ja ich glaub, ich zieh das durch. Egal, was andere denken. 
It's my choice.

Hoffe, ihr habt Weihnachten gut überstanden, fühlt euch gedrückt ♥


Samstag, 21. Dezember 2013

Ihr süßesten aller Menschen,
es tut mir leid, dass ich erst jetzt dazukomme...irgendwie war ich die Woche mit anderen Dingen beschäftigt.
Ich hatte über das letzte Wochenende schon wieder abgenommen, ziemlich creepy. Montag war ich dann dementsprechend ein ziemliches Nerven-wrack, hab schon so gut wie resigniert, weil ich ich doch schon alles gemacht hatte, was in "meinen Möglichkeiten" lag. Jedenfalls hab ich es dann doch noch am Donnerstag eine Punktlandung von den verlangten 500gramm Zunahme geschafft, und jaaaaaaaaawoooollll dann klopfte aufeinmal die Motivation wieder an die Tür, hab sie mit offenen Armen empfangen und festgekettet und hoffe, dass sie nie mehr verschwindet. Die letzten Tage haben super geklappt und ich trage die ganze Zeit diese Vorfreude auf Weihnachten mit mir herum, ich bin so hibbelig, Angst hab ich auch, aber eigentlich dürfte ich gut vorbereitet sein. 
So und jetzt beantworte ich eure Fragen, ich vermute eine schriftliche Antwort reicht euch auch:

1. Wie viele Mahlzeiten hast du insgesamt? Ist das Personal auf Essstörungen spezialisiert? 
Hast du Leute mit denen du dich gut verstehst?

Ich hab die typischen Hauptmahlzeiten halt, Frühstück, Mittag und Abendessen, dann noch "Kaffee & Kuchen", 2x Obst als Zwischenmahlzeit und abends nochmal die Spätmahlzeit. Bis vor kurzem kam halt noch das Fresubin 2-3x am Tag dazu, aber da ich jetzt in Stufe 2 bin, muss ich das Gott sei Dank nicht mehr trinken, obwohl ich vom Gewicht her zwar wieder in Stufe 1 gerutscht bin, und die vergessen haben, mich zurückzustufen, aber das ist ne andere Geschichte :-D

Ja, das Personal hier ist auf Essstörungen spezialisiert, was ich persönlich echt vorteilhaft finde, weil beispielsweise Ängste vor Lebensmitteln wie Butter, Käse etc oder das typische "Ich fühl mich fett obwohl ich stark untergewichtig bin" hier ziemlich gut nachvollzogen wird und man somit auch mit jedem "lächerlichen" Problem das Gespräch suchen kann.

Ja, ich hab hier viele Leute, mit denen ich mich gut verstehe. Wäre das nicht der Fall, hätte ich es wahrscheinlich nicht ausgehalten hier.

2. Mich würde interessieren wie die Betreuer so sind. Im Sommer war ich auch in 'ner Klinik und naja, die meisten haben mich nach ner Zeit glaube ich nur noch gehasst

Die Betreuer sind hier sehr unterschiedlich, manche sind ziemlich streng, manche weniger. Prinzipiell bin ich aber total zufrieden, hier sind wirklich alle freundlich und die geben auch immer ganz viele Rückmeldungen, wie sie mich erleben etc, und loben mich auch ganz oft, hihihi. Und ich hoffe nicht, dass mich hier einer derjenigen hasst :-D Darf ich fragen, warum sie dich/euch gehasst haben?

3.Und ich würde gerne wissen, was für ein Therapiekonzept du da durchlebst. :) Es muss ja irgendeinen Unterschied zur ambulanten Therapie geben. 

Puhh hier könnte ich einen ganzen Roman schreiben. Also der Hauptunterschied ist meiner Meinung nach einfach, dass man hier essen muss. Bei einer ambulanten Therapie fährst du vielleicht 1x die Woche zu deinem Therapeuten und anschließend wieder heim, und dann musst du schauen, wie du das alles alleine umsetzt. Das war für mich auch der Grund, warum ich mich für eine stationäre Therapie entschieden hab, denn ich hätte NICHT gegessen, ich hätte es absolut nicht alleine hinbekommen. Ein weiterer Unterschied ist meiner Meinung nach auch die Gruppentherapie, hier findet wie gesagt jeden Tag mindestens 2x täglich Gruppentherapie (in Form von Gestaltungs-, Körper- und Gesprächstherapie) statt, was ja bei einer ambulanten Therapie nicht der Fall ist, außer man ist jetzt vielleicht Mitglied einer Selbsthilfegruppe. Dann kommt noch dazu, dass es für mich jedenfalls hier echt 24Stunden-Therapie ist, mein Fokus liegt zu 100% auf dem Besiegen der Krankheit, ich habe keinen Alltag nebenbei zu bewältigen, der mich aus der Bahn werfen könnte, was auch gut so ist. Zum allgemeinen Therapiekonzept könnte man vielleicht noch sagen, dass hier auch viel Wert auf Eigenmotivation und Verantwortung gelegt wird, da das Essen ja nur 1x am Tag begleitet wird, somit muss der Patient selbst drauf achten und lernen, wieder selbst die Größe der Mahlzeiten in einem gesunden Maß zu gestalten. Falls man aber Probleme hat, stehen die Betreuer immer als zusätzliche Begleitung auch bei Frühstück und Abendessen zur Verfügung. Ja...hoffe, das war zu deiner Befriedigung beantwortet, wenn nicht, schreib gern nochmal unter den Post hier :-)

Soooo das war's erstmal für heute von mir, ich glaub morgen schreib ich nochmal. 
Habt nen schönen Samstagabend, ich geh jetzt in den Gruppenraum und spiele Tabu mit meinem Lieblings-mitpatienten :-D



Sonntag, 15. Dezember 2013

Videopost 1

Sooo, ich hab grad erst gesehen, dass noch ein paar mehr Fragen gestellt wurden, 
ich schau mal, dass ich die Morgen beantworte, weil das Video von heute Vormittag schon kompliziert genug war, scheiß Konvertieren :-D
Tut mir leid mit den vielen "Ehm's", ist ja unglaublich. Hoffe es stört nicht allzu sehr!
Schönen Abend Ladies!






Glaube ich erzähl ein bisschen von der Klinik und der ganzen Situation hier,
hat jemand eine besondere Frage oder sowas?
Dieser Sonntag ist so still und kalt und regnerisch und meine Gedanken erschlagen mich, glaub ich mach gleich auch mal ein Video, gucken ob es funktioniert.
WAS ERZÄHLT MAN IN EINEM VIDEO? :-D
Hoffe euch gehts guti!

Donnerstag, 12. Dezember 2013

Die Einsicht, dass man es alleine nicht schafft, ist der erste Schritt. 
Der Wille, sein Leben lebenswert zu machen, der Zweite. 
Die Entscheidung, den Kampf aufzunehmen, und dabei jeglichen Schmerz und Kraftaufwand in Kauf zu nehmen, der Dritte. 
Und dann? Dann sollte eigentlich Hürde für Hürde bewältigt werden und das "Leben" immer näher rücken.
Nur was, wenn man nach der ersten Hürde schon stehen bleibt? 
Wenn man seit Wochen auf der Stelle trampelt und nicht weiß, ob vor oder zurück? 
Wenn die ganzen Hürden, die man vor sich sieht, so unüberwindbar scheinen? 
Wenn es doch so viel einfacher erscheint, einfach wieder zurückzugehen? 
Wenn man beginnt, abzuwägen, und die Krankheit aufeinmal wieder so verlockend klingt...wenn man vielleicht sogar auf das alles, was man sein kann und was noch vor einem liegen könnte, verzichten würde, um wieder seine Ruhe zu haben.

Ich brauch meine Ruhe. 
Ich würde so gerne eine Pause einlegen, kurz die Welt anhalten, kurz durchatmen, mich irgendwo verstecken und von dort alles beobachten, um irgendwie wieder Klarheit zu erlangen. Ich will wieder wissen, wofür ich das hier mache und ich will es wieder fühlen können. Ich kann nicht kämpfen, wenn mein Gefühl mir etwas anderes sagt. Und das ist der bedauernswerte, momentane Standpunkt, an dem ich mich seit ein paar Wochen befinde. Ich komme nicht voran. Heute habe ich meine erste Verwarnung bekommen, weil ich wieder abgenommen habe. Zwischenzeitlich wollte ich nachhause gehen. Alles hinschmeißen, mich mit offenen Armen schluchzend wie ein kleines Kind zurück in die Obhut der Anorexie stürzen. 
Aber ich bin noch hier, seit Tagen wartend...auf irgendeine Eingebung, auf das Zurückkommen meines Willens. Ich bin ehrlich - wenn meine Familie mir schwarz auf weiß unterschreiben würde, dass sie sich keine Sorgen um mich macht, wenn ich jetzt abbreche und nachhause komme, dann hätte ich schon die Koffer gepackt. 

"Fremdmotivation" bringt Sie hier nicht weiter. Sie müssen es selber wollen. Sie müssen gesund werden wollen, sonst ist es noch nicht der richtige Zeitpunkt."

So that's it, entweder ich entscheide mich endgültig für einen beider Wege, oder ich drehe mich weiterhin im Kreis, lasse es drauf ankommen und die Klinik entscheidet spätestens bei der dritten Verwarnung für mich. Dass ich grad weine, ist irgendwie befreiend. Die Auseinandersetzung mit diesem ganzen Mist ist so schmerzhaft, aber gleichzeitig auch wichtig, und genau dafür ist dieser Blog noch da. Ich hab die ganzen letzten Tage nicht ausdrücken können, was genau in mir vorgeht, aber das Schreiben macht es etwas einfacher. 

Unglaublich, was für eine Macht die Psyche eines Menschen hat. Alle sagen dir, dass es nur besser werden kann, wenn du gesund wirst, und deine eigene Vernunft sagt dir dasselbe, aber trotz allem ist da diese mindestens genauso starke Stimme, die das alles in Frage stellt und dich mit aller Kraft zurückzieht, immer wieder, jeden Tag. 

Ich will raus in den Nebel und rennen, bis meine Lunge streikt.



Donnerstag, 28. November 2013

Kurzes Update: Hab die 2kg in den 4 Wochen geschafft, d.h ich darf bleiben - jawollo!
Danke an euch für eure mutmachenden Kommentare, ihr seid toll, dicker Schmatzer!
Jetzt heißt es erstmal durchatmen...und dann schön weiterkämpfen.
Hätte niemals gedacht, dass ich SO viel essen muss, um zuzunehmen. Der Chefarzt meint, dass sich der Stoffwechsel nach einer längeren anorektischen Phase vollkommen umstellt und dass ich wahrscheinlich in Zukunft immer aufpassen muss, dass ich genug esse und ein unteres Normalgewicht halte, und nicht wieder abnehme. Find ich total beruhigend, man hat ja immer so kranke Phantasien von extremen Jojo-effekt-auswirkungen. Naja soweit, ich werde wohl so bis März hier bleiben, darf Weihnachten zum Ersten Mal nachhause, die Vorfreude ist riesengroß ♥

Montag, 18. November 2013

Bahh was ein Tag. Hab's echt geschafft hier in 4 Tagen 800Gramm abzunehmen. 
Jawoll, Elina. Haste dir wieder schön was vorgemacht, dass das Essen gereicht hätte. 
10 Tage Zeit für 1,8kg, die Uhr tickt.
Bekomm jetzt ein drittes Fresubin noch dazu, >3000kcal am Tag
- ahahahahahaha ich stürz mich vom Balkon.
Hab heute nach dem Wiegen erstmal bisschen geheult, dann zum Frühstück gestapft und ich hab es geschafft, den ganzen Tag wirklich ALLES zu essen, was ich sollte und sogar noch mehr, mein Bauch tut so weh, aber anders geht es nicht. Ich muss da jetzt durch.
DARF. NICHT. AUFGEBEN. DARF. NICHT. DENKEN. MUSS. NUR. ESSEN. ESSEN. ESSEN.
 Gleich noch ein Kit Kat oder Snickers als Spätmahlzeit hinterher, weils so schön war heute! Frag mich, wie ich heute einschlafen soll mit diesem Völlegefühl, auf der rechten Seite kann/darf ich auch nicht mehr liegen, weil irgendwie zwischen Hüftknochen und Nerv kein Fett mehr ist und ich da jetzt irgendwas Schmerzhaftes am Nerv habe (Jau Leute, Magersucht ist ein Hurensohn!).
Ich höre Alligatoah, rolle mich gleich mal die Treppen runter für ein letztes Kippchen und fühl mich geistig behindert. 

Hoffe euch geht's gut,
euer Wal ♥

Donnerstag, 14. November 2013

Meine Mama hat heute so schrecklich geweint am Telefon, weil sie so Angst hatte, dass ich es nicht schaffe hier und weil sie sich so Sorgen macht. 
Es hat mir im wahrsten Sinne des Wortes das Herz rausgerissen. 
Ich habe mich noch nie so schuldig gefühlt. 
Woah, dieser Schmerz sitzt so tief. Es tut mir so leid, Mama...es tut mir so schrecklich leid, dass ich dich zum Weinen bringe, dass du so schlimme Sorge um mich machst, wegen etwas, dass ich mir selbst angetan habe.
Ich hab schon wieder den Kloß im Hals, obwohl ich eigentlich für heute keine Tränen mehr haben dürfte. 

Man vergisst, dass man nicht nur sich selbst, sondern auch seinen Liebsten schadet, durch diese verschissene Krankheit. 

Ich geb nicht auf, nein, ich werde niemals aufgeben. Bald wird alles gut. 

Montag, 11. November 2013

Ich hab gewusst, es wird schwer. Aber es ist so verdammt schwer.
Ich hab noch nie so einen schweren Kampf gehabt.
Und den auch noch mit mir selbst.
Es zerreißt mich, wirklich. Es tut so weh. 
Mit jedem Schritt, den ich mache, egal in welche Richtung, tue ich mir selbst weh. 
Ich zieh mich hier extrem zurück, mein Kopf arbeitet ununterbrochen.
Ein ewiges, verficktes Gedankenkarussell.

Du schaffst das, Elina.
Du musst es einfach schaffen.






Donnerstag, 7. November 2013

Eigentlich wollte ich 90210 schauen, aber der Stream lädt so langsam, dass ich jetzt die Wartezeit nutze, um mir ein paar Dinge von der Seele zu schreiben. Heute Morgen war Wiegen, ich hab wieder abgenommen...bin jetzt wieder bei meinem Ausgangsgewicht. Ich hab echt gedacht, ich hätte zugenommen, wirklich erstaunlich, was die Essstörung einem vormacht. Letztendlich hab ich dann heute in der Therapiestunde bemerkt, dass ich mich die ganze Woche selbst beschissen hab, ich war mir so sicher, genug gegessen zu haben um zuzunehmen, doch als wir dann zusammen mein Essprotokoll auseinandergepflückt haben, wurd dann klar, wie wenig es wirklich war. Schöne Scheiße. Andererseits aber auch eine Erleichterung, dass mein Stoffwechsel nicht kaputt ist und ich ruhig etwas mehr essen kann, ohne direkt wie eine Weihnachtsgans aufzugehen. Dann war heute Chefarzt-visite, meine Güte der Mann kann einem echt Angst einjagen. Er hat gesagt, dass er glaubt, dass die Seite der Krankheit bei mir noch viel zu groß ist und dass ich mich für die Krankheit entschieden habe, keine Motivation habe und auch als ich das verneint hab, hat er mir nicht geglaubt und nur gesagt, dass er mich für eine sehr gute Schauspielerin hält. Ja genau, warum bin ich dann hier?! Naja, jetzt bin ich am Zug. Es ist meine Entscheidung, ob ich hier bleibe, oder rausfliege. Und da dieser Mann und seine Aussagen mich so wütend gemacht haben, auch einfach auf mich selbst, hab ich da total viel Motivation rausziehen können; wie ein Krieger saß ich beim Mittagessen und hab den scheiß Pfannkuchen gegessen und fast ein ganzes Stück Kuchen, und heute Abend hab ich mich auch gesteigert, ich will einfach in einer Woche bei der Visite mit nem fetten Grinsen auf die kleine Kurve auf der Gewichtsskala, die nach OBEN gegangen ist, schauen und sagen können:
 Eyo, guter Mann, da sehen Sie meine Motivation. 
2,5 Wochen...für 1,8kg. Ist zu schaffen oder? Wünscht mir Glück! 

Ju hat mir heute auf ungefähr die Dümmste Art und Weise mitgeteilt, dass er nur mit mir befreundet sein möchte, und er auch nie was anderes wollte. Da er das nach dem Wiegen gemacht hat, war ich noch so angespannt, dass ich es anschließend wirklich irgendwie hinbekommen hab, IHN abzuservieren, statt er mich. Und da war auch nur ein ganz kleiner Stich in meinem Herzen. Mein Fokus liegt grad einfach auf anderen Dingen. Also tüdeli, blöder Wiiiiiixxeeeer!

Mein allerliebster Daddy kommt mich Samstag besuchen, ich freu mich total auf ihn, wir telefonieren fast jeden Tag, das kenn ich so garnicht. So 90210 ist geladen, schönen Abend euch süßen Mäusen!


Montag, 4. November 2013

Eyo eyo eyooooo ich lebe noch. Klinikalltag hat mich so abgelenkt, dass ich nicht zum Schreiben kam. Hab mich halbwegs eingelebt hier, die Gruppe ist nett, jedoch sind alle schon so weit und ich bin irgendwie die einzige, die jeden Tag aufs Neue mit sich kämpft. Essen läuft nach wie vor schlecht, diese hochkalorischen Drinks helfen mir aber, dass ich nicht weiter abnehme und ich taste mich so langsam an Essen ran, obwohl es hier wirklich wirklich viel ist. Wenn ich alles essen würde, würde ich auf ca 3000kcal kommen, holla die Waldhure. Und das wird auch leider auf mich zukommen irgendwann...Ich hab bisher 300gramm zugenommen, dachte das wär okay (und kam damit auch erstaunlich gut klar!) aber meine Therapeutin sagte mir heute, dass es eigentlich zu wenig ist und ich definitiv mehr essen muss, weil ich sonst die 2kg in den 4 Wochen nicht packe und dann muss man gehen. Aber ich pack das, ich weiß das einfach. Joa, ich sitz hier grad in meinem Bettchen und futter meine Spätmahlzeit, 1 kleine Tüte M&M's, yummyumm, und guck mir noch nen schönen Gute-Laune-Film an und dann werd ich komaartig schlafen (Seit ich hier bin, bin ich nurnoch müde - Schlafstörungen sind Geschichte!). Morgen um 07:15Uhr (Morgengymnastik, erschießt mich!) beginnt ein neuer Tag, in den ich motiviert starten werde mit einem leckeren Müsli, denkt an mich!


Ich hoffe euch geht es allen gut, hab mich grad kurz über das Dashboard gelesen, scheint leider nicht so. Der Monat November zieht immer Schatten mit sich...lasst den Kopf nicht hängen, ich versuch's auch! 

Onorevoli colleghi, non mi resta che augurarvi una buona notte ♥ :-*


Montag, 28. Oktober 2013

Der letzte Tag zuhause;

Morgen geht es los in die Klinik. Ich bin sooo nervös, mein Herz schlägt seit ich wach geworden bin gefühlt doppelt so schnell. Ein riesiger Koffer steht im Flur, und ich werde wahrscheinlich noch einen brauchen, weil ich Angst hab, zu wenig mitzunehmen. Gestern hab ich mich von meiner WG verabschiedet, mit Leyn noch zusammengekuschelt PLL in ihrem Bett geguckt, die Jungs haben gesagt, sie stehen voll hinter mir, total süß. Dann bin ich nachhause gefahren, jetzt sitz ich grad auf der Couch mit einem riesigen Kaffee (in der Klinik wird es nur 2x am Tag Kaffee geben - kalter Entzug für mich!!) und es stürmt total draußen, der Wind fegt um's Haus und irgendwie passt das Wetter zu meinem Innenleben. Meine Güte, ich hab echt Schiss. Freitag war ich nochmal zu einem Vorgespräch dort, hab mir die Station ansehen können, meine Therapeutin und Ärztin und sogar schon zwei Mitpatienten kennengelernt, die waren alle total nett eigentlich nur ich werde definitiv das Küken sein, die meisten dort sind Mitte 30...weiß noch nicht wie ich das finden soll. Die Zimmer sind alles Doppelzimmer, gefällt mir absolut nicht, und an sich ist die ganze Station schon eher Krankenhaus-style, durch die Habichtswaldklinik bin ich aber auch ziemlich verwöhnt. Und es geht ja darum, gesund zu werden, und nicht um den Komfort, das muss ich mir einfach sagen. Was gut dort ist, sind die Essens-regeln, man muss nichts aufessen, man darf wählen, was man isst und die Hauptsache ist einfach nur, dass man mindestens 500gr pro Woche zunimmt. Morgens und Abends gibt es Buffet und Mittags kann man immer zwischen 3 Gerichten wählen, Nährwertangaben stehen hinter den Gerichten und es ist immer ein Vegetarisches dabei, was ich natürlich sofort nachgefragt habe. Leider sind die Vegetarischen auch immer die, die am meisten Kalorien haben, hab ich gesehen...aber vielleicht war es auch nur bei dem Menüplan letzte Woche so. Ja, sonst gibt es noch jeweils 2 Zwischenmahlzeiten, dann sollte man noch Obst zwischendurch essen UND ich muss Fortimel trinken, iiiiiiihhhh ich will das nicht. Ich werde so schnell zunehmen...oh man ich darf nicht drüber nachdenken, sonst versau ich mir hier echt den letzten Tag in "Freiheit". Der letzte Tag, an dem ich dünn sein kann, so dünn wie heute werd ich wohl nie mehr sein, komische Vorstellung. Soll ich traurig oder glücklich drüber sein? Wahrscheinlich glücklich. Dass jetzt endlich alles gut wird? Schwer zu glauben momentan. Dafür ist die Angst und die Stimme der Krankheit wahrscheinlich noch zu groß. 
Mein Großvater hat mir heute gesagt, dass ich für jedes Kilo, dass ich schaffe, zuzunehmen, 100€ bekomme, und wenn ich mein Zielgewicht erreicht habe und irgendwann wieder nachhause darf, dann darf ich mir davon einen Traum erfüllen, ich soll irgendwas damit tun, was mich glücklich macht. Und ich weiß schon was ich tun werde - ich werde nach Italien reisen. Das Land, das mir so viel gibt und wo ich mich immer wohl fühle. Ich werde dort durch die kleinen Dörfer reisen und guten Wein trinken und richtig italienische Pizza und andere Spezialitäten genießen und ich werde leben
Ach es gibt so viele Ziele, die ich nächstes Jahr habe, so viele Dinge, die ich noch machen will, die ich nicht tun konnte, weil die Essstörung sie mir kaputt gemacht hat. Und ich will das nicht mehr. Ich will wirklich leben, ich will so sehr. Es wird schwer sein, die ES loszulassen, es wird verdammt schwer, aber mein Wille und meine Sehnsucht nach Leben ist stärker, das weiß ich, und das ist die beste Vorraussetzung, denke ich.


Dienstag, 22. Oktober 2013

Was haben wir uns nur alle dabei gedacht?
Oder vielleicht - was hat diese Welt aus uns gemacht?
Wenn es auf dieser Welt einen Ort gibt, 
der verschont wurde von all dem, 
was uns so kaputt gemacht hat;
an dem du sein kannst, wer du sein möchtest, 
einen Ort, an dem du liebst, wo und wer du bist; wenn dieser Ort irgendwo auf dieser Welt existiert, 
dann schwöre ich, breche ich heute Nacht noch auf, 
egal wo er sich befindet.

Vermutlich existiert er sogar.
Aber ich denke, die Wenigsten haben überhaupt gesucht, haben sich lieber abgefunden mit den scheinbar unüberwindbaren Klippen, 
und die Allerwenigsten sind aufgebrochen 
und dort jemals angekommen.




Hab Mut, Elina...




Montag, 21. Oktober 2013

Verdammt, ich will was Schönes schreiben. Aber ich wüsste nicht, was, ehrlich nicht. Mir liegt soviel Ballast auf der Seele und den muss ich leider hier ablegen, und dafür ist mein Blog ja auch da. Nur ich habe mittlerweile irgendwie Hemmungen, meine "ehrlichen" Gedanken hier aufzuschreiben, weil eure Kommentare mir (versteht das jetzt bitte nicht falsch :-*) mir in's Gewissen reden und die meisten von euch mir ja auch raten, spätestens jetzt wirklich aufzuhören mit dem Hungern usw. und das ist ja auch total lieb, dass ihr euch Sorgen macht. Nur dass ich aufhören muss, das weiß ich ja...und das erzählen mir ja auch alle Menschen aus meinem Umfeld, aber es klappt einfach nicht. Und wenn ich jetzt zum Beispiel schreibe, wie schlecht es trotz dieser fetten Grippe mit dem Essen läuft und wie sehr ich mich hasse, wenn ich dann doch mal was richtig nährhaftes esse, auch weil ich mich kaum bewegen kann, dann hab ich Angst, dass ihr denkt, dass ich das vielleicht mit Absicht mache, oder es toll finde, dass es weiterhin so wenig ist. Und das ist ja nicht so, ich will ja, wirklich so sehr, aber es bringt mich um, wenn ich es versuche. Ich hab grad echt ne miese Phase, hab so großen Respekt vor der Klinik und den riesigen Mahlzeiten dort, dass ich fast kurz davor war, alles abzusagen. Aber versuchen werde ich es..gehen kann ich ja immernoch. Auch meine Wahrnehmung hat sich so erschreckend verschoben, fast jede Frau im Fernsehen erscheint mir fast "pummelig"? Selbst die, die früher Vorbilder von mir waren? Obwohl ich mich ja auch nicht schön finde? Das erschreckt mich total und ich würde mir wirklich wünschen, dass es NICHT so wäre, denn vorteilhaft für meine Genesung ist das ganz bestimmt nicht.
Naja, ich denke ich esse später Blumenkohl oder Salat mit meiner Mum, und wenn ich richtig freaky drauf bin, (komischerweise fühl ich mich grad echt stärker nach dem Schreiben dieses Posts, ich will diese Person nicht sein, verdammte Hurenscheiße!) dann frag ich meine Mum, ob wir heute Abend Salat vom Italiener bestellen wollen.

Sonntag, 20. Oktober 2013

39¤C Fieber letzte Nacht und heute Morgen, konnte kaum Laufen vor Rückenschmerzen und Zittern und hab mich dann letztendlich doch noch zur Ambulanz geschleppt, besser gesagt meine Mum. Joa Fazit: Nochmal eine Woche Antibiotika,  2x täglich,  und 3x ein fiebersenkendes Mittel. Der Arzt hat mich kopfschüttelnd gemustert und gesagt, dass ich unbedingt Abwehrkräfte aufbauen muss und dann hat er mich noch ganz lieb gefragt,  ob ich wegen der Magersucht in ärztlicher Behandlung bin - ich war erstmal verwirrt,  weil ich es nicht angesprochen hatte aber scheinbar ist es wohl doch recht offensichtlich. Naja...mir geht es körperlich so beschissen, kann immernoch kaum laufen und muss was essen vor jedem Medikament, und mir ist so schlecht..bin so dankbar, dass ich mir aussuchen darf,  was ich essen mag und wir haben soviel Obst und Gemüse hier, das beruhigt mich. Nur Bionüsse soll ich meiner Mum zuliebe essen, schaff ich. Ich hab auch gehört, dass man bei hohem Fieber oft abnimmt, hatte heute auch 1kg weniger, weiß nicht wie ich das finden soll. Zu meinem Daddy nach Bayern kann ich morgen auch nicht fahren das macht mich sehr traurig, er hatte sich so auf mich gefreut. Ich verstehe nicht,  warum ich jetzt so krank bin, dachte es wär überwunden. Jetzt heißt es die nächsten Tage Bettruhe, Bücher, Tee, Filme, essen...statt Berge, Wandern und Natur. Und dann bin ich schon fast weg vom Fenster...LIFE IS NOT FAIR.



Samstag, 19. Oktober 2013

Ich bin zuhause;
 und so leer wie mein altes Zimmer hier. Sitze am Fenster auf meinem Schaukelstuhl mit meinem liebsten Kater und versuche diesen riesigen Kloß im Hals runterzuschlucken, unten sitzen 10 Freunde von meinem Bruder, ich habe Angst, dass sie fragen, wie das Studium ist und ich keine Antwort geben kann. Heute geht einfach garnichts, auch essenstechnisch nicht. Bin so kraftlos und müde, als könnte ich Jahre schlafen. Will nicht rausgehen heute Abend, freu mich einfach nur darauf mich gleich auf der Couch meiner Mum alleine in einen Berg aus Decken zu hüllen und zu weinen, bis der Kloß weg ist. Vielleicht geht es dann besser. Hier ist alles so viel realer...warum weiß ich nicht.

Hat meine beste Mummy mir gekauft, weil ich so verrückt nach dem Film bin ♡
Würde so gerne einen essen können.

Freitag, 18. Oktober 2013

Haarausfall :O :-( 

Jetzt geht hier aber echt die ganze Palette los, pfuibah.
Bin zum Glück garnicht mal so verkatert und hasse mich auch nicht ganz so sehr wie gedacht für das Sushi und die Salzstangen, hab vorhin sogar gefrühstückt. Ich werd gleich meine Sachen packen, den Rest des Tages dann auf Youtube-tutorials und Kinox.to verbringen und mich auf die nächsten Tage freuen. Morgen feiert meine beste Freundin in ihren Geburtstag rein, hoffe wir gehen nicht feiern, will eigentlich nichts mehr trinken bis zum Klinikaufenthalt, Respekt ist nach wie vor zu groß vor den Kalorien. Ich denke gestern war eine gute "letzte Partynacht in Freiheit", ich hatte wirklich viel Spaß und ja, vermutlich werde ich den Rest des Jahres nicht mehr die Gelegenheit haben, wegzugehen, schon krass die Vorstellung, wenn ich mir überlege, was ich Anfang des Jahres noch für ein High-life geführt hab. Naja, ich freue mich trotzdem auf Morgen, vor Sonntag habe ich ein wenig Angst, weil meine Mum den Tag mit mir verbringen will und das heißt, dass sie irgendwas liebevoll kochen wird und dass wir uns vielleicht streiten werden, weil ich es vielleicht nicht essen kann. Aber ich habe keine andere Wahl, als es auf mich zukommen zu lassen, also warum den Kopf zerbrechen... Montag geht dann um 6:45Uhr mein Reisebus nach München zu meinem Daddy, 11 Stunden Busfahrt, Liebe Liebe Liebe. Wirklich, ich liebe lange Bus/Zug/Autofahrten - Musik in den Ohren, die Städte und Landschaften vorbeiziehen sehen, nachdenken, lesen. Und ich kann das essen was ich möchte und soviel ich möchte, wenn ich will, könnte ich sogar fasten. Das klingt nach einem entspanntem Tag nach meinem Geschmack. 

Morgen knuddel ich erstmal meinen Kater tot, er fehlt mir so!


Guten Morgen, ich sitz besoffen in der Küche und rauche mein Gute-Nacht-Kippchen. Hab eine grandiose Nacht hinter mir, viel getanzt, Sushi gegessen, wir haben jetzt 3 Löcher in der Küchendecke nach einem Tanz-ausrutscher auf Jürgen Drews von mir und A. :-D Wir haben uns aus dem Taxi über die Straße gerollt, ich hab grad noch Salzstangen und eine Tassensuppe gegessen und werd trotzdem morgen dermaßen verkatert sein nach nur 3 Gläsern Wein und einem halben Caipi, und ja ich werde mich morgen hassen aber ich glaub grad der Abend war es wirklich wert.
Ich vermisse Ju und das ist dumm und scheiße, weil er mich offensichtlich nicht wirklich auf die Art will, wie ich ihn will.

So ich versuche nun meinen 3eckigen Kopf ins Bett zu befördern und hoffe, dass Leyn und ihr Freund nicht zu laut beim vögeln sind ;-)
Gute Nacht oder auch nen schönen Start in den Tag an alle Nicht-Studenten oder die, die früh raus müssen ♥

(Ich habe für diesen Post 23Minuten gebraucht, inklusive mehrmaligem Korrigieren, ein Dankeschön an meine T9-Tastatur!)

Mittwoch, 16. Oktober 2013

Guten Tag, ich hätte gern' einen Strauß Rosinen.

Ich hinterlasse noch ein bisschen Hass an diese Welt und an die kleine Missgestalt in meinem Kopf,

ja genau dich mein ich, du kleiner Hurensohn,

ich hab dich so satt.

 

 

Dienstag, 15. Oktober 2013

Ich hab mich heut gezwungen, mal wieder alleine rauszugehen, bin im Regen durch die Innenstadt gebummelt, eingepackt und sicher versteckt in meinem Parka mit der riesigen Kaputze, hab ein Geschenk für meine beste Freundin gekauft, meinen Kaugummi-vorrat aufgefüllt und bin in Zeitlupe durch EDEKA geschlichen, auf der Suche nach Lebensmitteln, die ich mit zu meinem Daddy nehmen kann und die nicht nach nichts/wenig aussehen. Ich hab da so eine Ewigkeit verbracht, kennt ihr das, wenn euch das Angebot so überfordert, nurnoch Nährwertangaben durch den Raum schwirren und ihr letztendlich dann doch fast nichts kauft, weil irgendjemand immer mit euch zusammen im Gang stand und ihr euch bedrängt und beobachtet gefühlt habt? Crazy. Naja, ich glaub ich hab etwas gefunden, ein Nudelgericht mit Gemüse, fett- und kalorienreduziert und so ein Mist, füllt einen ganzen Teller aus und Daddy wird mich lieb haben. Jetzt brauch ich nurnoch gefühlte 100 andere Mahlzeiten, schade :-D Mit Babygläschen werd ich da nicht antanzen können. Ich geh am Wochenende mit meiner Mum nochmal einkaufen, mit ihr fühl ich mich dann auch sicherer. Vorhin hab ich gebacken für meine Mitbewohner, Muffins und Kuchen, weil zuviel Teig da war. Sind dezent misslungen, weil keine Schlagsahne da war und ich einfach Soja-milch genommen hab. Aber in das Dekorieren hab ich besonders viel Liebe reingesteckt, eine Glasur aus Zartbitterschokolade mit Streuseln und eine aus Yogurette und Kinderriegel-schokolade, ich glaub das könnte saulecker schmecken. A., mein Mitbewohner, saß mir beim Dekorieren gegenüber und irgendwann als ich dann die Teller zum Abkühlen zufrieden zur Seite stellte und mit dem Satz "So, und jetzt noch warten, bis die Schoki fest ist." wieder auf dem Weg in mein Zimmer war, rief er mir noch hinterher: "Respekt, dass du warten kannst, ich will immer alles sofort essen!" - Harharhar. Ich werde leider nicht einen einzigen dieser kleinen Gebäckstücke essen können, und ja das ist scheiße. Grad macht mich das echt ein bisschen traurig. Das kickt mich so aus dem WG-Leben raus, ich sitz immer nur daneben und nippe an einem Tee oder Kaffee oder esse ein paar Rosinen, während die anderen drei von dem schwärmen, was sie grad in sich reinschaufeln, und das ohne jegliches schlechtes Gewissen. Ich bin teilweise fasziniert, aber auch teilweise unendlich neidisch. Naja, machste nix. Essenstechnisch lief heut auch wieder nicht so geil, hab nur gefrühstückt, Magerquark mit 1/2 Apfel und 1 Kiwi und ein bisschen Zimt, yummyumm♥, wollte eigentlich heut Abend noch eine Tassensuppe essen, aber xjdhgzufgwfg...
Morgen wird es wieder besser laufen!

 

 

Montag, 14. Oktober 2013

Das Konzert war wie erwartet, richtig richtig gut. Alle meine Lieblingssongs hat er gespielt, ich war am Grinsen wie ein Honigkuchenpferd. Nur als sich dann alle in die Hocke setzen sollten und dann ganz schnell wieder hochspringen, kam ich leider nicht wirklich hoch, sah bestimmt lustig aus. Zuhause war dann auch Ende, hatte meine körperliche Ausdauer wohl doch etwas überschätzt. Aber egal, der Abend war trotzdem superschön. Mein Dad hat mich heut angerufen und mich gebeten, ihn nächste Woche doch für ein paar Tage zu besuchen, bevor ich bald solange weg bin. Ich will so gerne, wirklich. Ich liebe dieses kleine Dorf in den Bergen und die Atmosphäre dort und diesen Panorama-blick auf die vielen Wälder und alles einfach. Aber ich hab auch gleichzeitig so Angst, dass ich dort dermaßen überfordert mit dem Essen sein werde, hab Angst vor Fragen und Sprüchen zu meinen Lebensmitteln, die ich mir selbst mitbringen werde, oder dass er mit mir in Restaurants gehen möchte oder wandern und ich zu schwach bin; vor den Reaktionen seiner Freunde, die mich lange nicht gesehen haben und dass ich dort keine Kontrolle über mein Gewicht hab. - Ich hab schon zugesagt. Von daher muss ich da nun eh durch. Und ich muss es einfach so sehen, dass es die letzte Chance dieses Jahr ist, ihn dort zu besuchen und dass ich die Zeit genießen sollte. Aber die Angst überwiegt grad einfach trotzdem. Auch die Angst vor der Klinik, seit heute Morgen ist mir einfach nur schlecht von diesem ganzen Gedankenkarussel, Essen war auch viel viel zu wenig heute aber ich bekomm' auch echt nichts runter, weil mir so unsagbar übel vor Angst ist. 
Ich hasse mich dafür, dass ich es habe so weit kommen lassen, 
nicht in der Lage war, es zu stoppen. 


You look at me
with disappointment in your eyes
but i warned you
from the start
i really am not
good enough

Samstag, 12. Oktober 2013

Ich sehne mich so sehr danach, 
mit mir selbst 
im Reinen 
zu sein.


Freitag, 11. Oktober 2013

Ich hab die WG heut den ganzen Tag für mich, sehr angenehm. Automatisch geht's mir besser - ich kann machen was ich will, ohne mit jemandem Smalltalk halten zu müssen, kann mich in der Küche aufhalten ohne mich beobachtet zu fühlen und ganz in Ruhe überlegen was ich essen möchte, 100x den Kühlschrank öffnen und wieder schließen und mich dann nur für Cocktailtomaten entscheiden, ohne mich rechtfertigen zu müssen. Ich glaube ich bin nicht grad die Mitbewohnerin, die man sich wünscht, wenn man ein lustiges und geselliges Zusammenleben im Kopf hat. Aber die Rolle nimmt Leyn immerhin schon ein. 
Und eigentlich kann mir das auch egal sein.

"Grad jetzt solltest DU dir am Wichtigsten sein, es geht jetzt grad nur um dich und deine Gesundheit, du solltest jetzt weniger daran denken, es anderen Recht zu machen oder wie sie dich sehen." 

- hat meine Tante gesagt, ich hab viel mit ihr telefoniert in letzter Zeit, sie war eine der Ersten, die mich offen auf die ES angesprochen hat und mir auch bei der Klinik-auswahl geholfen hat, sie hat viel Ahnung. Und vielleicht hat sie Recht mit der Aussage. Grad lieg ich in einem Berg aus Decken und Kissen im Bett und gucke Sixx, trinke meinen selbstgemachten Rhababer-eistee und bin leider immernoch total krank, aber immerhin geht's mir seelisch viel besser. Ich brauch einfach viel Zeit für mich, besonders in den letzten Monaten ist mir das aufgefallen. Frag mich grad, warum ich unbedingt in eine WG ziehen wollte...naja, in besseren Zeiten wäre das vielleicht auch alles ganz anders. Glaub ich trink heute noch nen Smoothie ♡

Mittwoch, 9. Oktober 2013

Schon der zweite Tag, der eskaliert ist...hab das Gefühl mein Körper schreit förmlich nach Nahrung seit dem ich krank bin. War beim Arzt, Mandel- und Rachenentzündung, 7 Tage Antibiotika, jawollo. Das soll wohl recht heftig wirken und hatte bisschen Angst, dass mich das Zeug aus den Latschen knallt, also hab ich vorher was gegessen, nur konnte leider nicht mehr aufhören. Schokolade, Schokolade, Schokolade. Ich kenn das nicht von mir, mein Magen tut weh und ich liege hier eingerollt und heulend wie ein Baby, weil mein schlechtes Gewissen mir die Kehle durchschneidet. Die nächsten zwei Tage fasten...kein wiegen...juhu...ich will nicht mehr. Will, dass das alles hier endlich ein Ende hat, ich will doch einfach nur wieder ein normaler Mensch sein. Ich hab noch nichtmal den Kopf, um verliebt zu sein. Eigentlich wollte ich morgen heim fahren, um mich von meiner Mummy verhüddeln zu lassen, aber ich bin es nicht wert. Fieber, bring mich doch einfach um heut Nacht.


Highlight des Tages - Prinz Pi-Karte im Postfach!

Dienstag, 8. Oktober 2013

Ideen?

1 kleine Schale Haferbrei mit 0,3% Milch, 1 Kiwi, 1 Mandarine, 1/2 Nektarine, 1 Tonne Rosinen, 1 Hand voll Nüsse - ich wollte mich aus dem Fenster stürzen, besser gesagt rollen. Hätte mir auch klar sein können, dass sowas voll macht. Naja, mein Magen/Darm hat's aber Gott sei Dank nicht vertragen und sich davon auch recht schnell von allein wieder verabschiedet. Erleichterung. Nur da es mir erkältungstechnisch viel schlechter geht als gestern und ich auch nicht zugenommen hatte von dem im Vergleich zu sonst vitalreichen und "vielen" Essen, wie befürchtet, stand ich dann mit einem erneut leeren Magen vor einem neuen Problem...

Was kann man Gesundes, nährstoffreiches (Vitamin C, etc) essen, was nicht so arg viele Kalorien hat und gut verträglich ist? Habt ihr irgendwelche Ideen? 

Hab nach dem morgigen Debakel noch 5 "Egle Meister Vollkornkeks" von meiner Omi gegessen und eine Hand voll Nüsse...platze schon wieder fast aber weiß, dass es zu wenig war und ich zieh das heute durch. 

Spätestens für das Konzert muss ich fit sein!



Montag, 7. Oktober 2013

Focus on the healthy

Ich bin seit gestern krank, naja eher kränklich, aber ich spüre, dass da was im Kommen ist und das war die ganzen letzten Wochen immer meine Angst, erkältet zu werden, weil ich schon im Normalgewicht immer extrem unter 'ner Erkältung leide, das geht bei mir dann nie nur eine Woche sondern mindestens zwei und das auch noch mit allen Symptomen, die man sich nur wünschen kann, meistens auch Antibiotika und andere Ekel-medikamente. Gestern, nach einer wirklich lustigen, betrunkenen Nacht mit meiner besten Freundin in der Heimat, ging's los mit Halsschmerzen, konnte kaum schlucken und hab mich von selbstgepflückten Salbeiblättern mit heißem Wasser ernährt :-D Ich war auf dem Geburtstag eines kleinen Cousins, und ja es wurde nicht für mich mitgedeckt, mir wurde lediglich eine Coke Zero angeboten, das war schon so'n kleiner Schlag in die Fresse. Ich war in dem Moment so wütend auf die ganze Situation beim Kaffee, dass ich meinen Onkel demonstrativ mit einem breiten, aber höflichen Grinsen um ein Stück Apfelstrudel mit Rosinen bat - sein hastiges Aufspringen und Reichen eines Tellers war filmreif. Es war ein kleines Stück, aber ich hab es aufgegessen und fand es lecker und war irgendwie stolz wie Oskar. Dass es den Rest des Tages nur ein halber Pfirsich war, machte es dann für mein Gewissen noch halbwegs erträglich, zumal ich ja auch mit der nahenden Grippe zu kämpfen hatte. Als ich dann gegen 3:00Uhr nachts schon leicht fiebrig immernoch wach lag und Halstabletten in Massen konsumierte, hab ich beschlossen, heute alles Erdenkliche zu versuchen, diese Grippe nicht ausbrechen zu lassen, denn ehrlich gesagt weiß ich nicht, wie mein Körper da momentan mit dem niedrigen Gewicht drauf reagieren würde. Also hab ich einen Einkaufszettel geschrieben und bestimmt 1 Stunde hin und her geplant, was ich heute esse, und dass es mehr sein würde als sonst und viel nährstoffreicher! Ich hab heute eingekauft: Brokkoli, 3 Paprika, Kiwis, Nektarinen, Haferflocken, Rosinen, Pistazien, Nüsse, Milch, Magerquark und Joghurt. Gegessen hab ich zum Frühstück, nachdem ich mir zwar wie eine rollende Tonne vorkam aber nunja, 1 Gläschen Bebivita Frühstücksmüsli (das ist so ein Brei aus Äpfeln, Bananen, Ananas und Haferflocken und schmeckt ein bisschen wie der Himmel) mit ein Paar Weintrauben, 1/2 Corny free und 1 Mandarine, insgesamt waren das vermutlich 280kcal, aber ich hab die ganze Zeit nur an die Vitamine und die Nährstoffe gedacht und dass ich gesund werden muss. Abends, nach dem Einkaufen hab ich mir dann den Brokkoli mit 1 EL Magerquark püriert und eine kleine Paprika geschnitten, hab gelesen dass beide unglaublich viel Vitamin C haben, ich fühl mich so voll und dick und schrecklich, der Blick von meinen Mitbewohnern war auch interessant, als ich zum ersten Mal vor ihnen was "kochte" und auch noch aß. Ich hasse das. Naja, das Abendessen wird jetzt geschätzt auch nur höchstens 120kcal gehabt haben, aber es ist trotzdem einfach kein schönes Gefühl, es hat so satt gemacht und ich habe einfach Angst vor der Waage. Hoffentlich dankt mir mein Körper für so viel "Fürsorge" in Form von Vitaminen und lässt mich morgen gesund aufwachen und nicht stattdessen 1kg mehr auf den Rippen zu haben. Ich putz jetzt noch ein bisschen mein Zimmer weiter, schon den ganzen Tag meine Ablenkung, würde ja am Liebsten noch bei Ju vorbeifahren, 2 Bushaltestellen die mich von Kuscheln und verhüddelt werden trennen würden, aber mein Bauch ist einfach zu voll...
Morgen mach ich noch einen weiteren "Auflade"-tag - es wird Haferbrei mit Obst, Rosinen und Nüssen geben, soll auch ganz toll helfen bei Erkältung und erinnert mich an Weihnachten, welches ich ja dieses Jahr wohl nicht zuhause verbringe, sondern wahrscheinlich schon kugelrund gemästet in einer Klinik, juhu. JA VERDAMMT jetzt hab ich schon wieder dran gedacht und könnte heulen, schnell Radio an und die Putzsachen raus ich bin weg, 
cuuuu :-*
Hihi ich war noch etwas kreativ zu später Stunde, I LOVE AUTUMN! 
Schlaft gut!

Freitag, 4. Oktober 2013

Und irgendwann isst du nicht mehr, weil du Hunger hast. - Irgendwann isst du nurnoch, damit du noch laufen kannst. 
Die Nacht war mal wieder schlaflos, meine Gelenke haben so laut geknackt wie noch nie und zwischendurch dachte ich, mein rechtes Handgelenk beim Umdrehen auf die andere Seite gebrochen zu haben, weil es so wehtat, klingt creepy ist aber leider wahr. Dann ist mir aufgefallen, dass ich die verschriebenen Kalcium-Tabletten schon seit Tagen nicht genommen hab. Ja selbst Schuld. Dann hab ich schnell eine genommen und die neuen Baldrian-Schlaftabletten ausprobiert. Haben nicht so gewirkt, wie ich mir das gewünscht hatte. Ich kam mir eher wie auf Drogen vor? Ich heule grad rum, ich weiß. Aber ich muss das jetzt einfach alles loswerden, weil ich niemanden in meinem Umfeld damit nerven/besorgen möchte.
Ich glaube, so erbärmlich wie vorhin hab ich mich noch nie durch die Stadt geschleppt. 
Kennt ihr das, wenn die Aufmerksamkeit durch die Schwäche so beeinträchtigt ist, dass man sich beispielsweise nicht mehr dran erinnern kann, woran man grad eben noch gedacht hat, was man grad eben noch gelesen hat oder wo man entlang gelaufen ist? Mich hat auf dem Hinweg fast ein Auto angefahren, weil ich einfach völlig wattig im Kopf über die Straße gelaufen bin und im Drogeriemarkt hab ich dann damit zu kämpfen gehabt, nicht umzukippen. Da war's dann echt mal Schluss mit lustig. Ich hätte ich mir am Liebsten ne schallernde Ohrfeige gegeben und mich angeschrien, warum ich so ein verdammter Sadist zu mir selbst bin. Anschließend mit einer Packung Corny-Milch bepackt 1 lächerliche Haltestelle mit dem Bus gefahren, weil ich mir nicht mehr sicher war, ob ich die paar Hundert Meter zu Fuß packe, ohne mich in ein Gebüsch zu werfen und dort ein Jahr zu schlafen. Jetzt sitze ich wieder sicher in meinem Bettchen, umgeben von weichen Kissen, die mich auffangen. Ich habe eine kleine Nektarine gegessen und Kaffee getrunken und ein Corny liegt neben mir und ich werde es definitiv heute noch essen! 
Ich bin eigentlich über's Wochenende nicht heim gefahren, weil die Situation in der Gegenwart meiner Mum mich vollkommen überfordert, da ich mich 24/7 beobachtet fühle und wir uns auch dauernd streiten über das, was ich esse und sage. Ich hatte mich auf das Wochenende hier allein in der WG gefreut, einfach Zeit für mich zu haben. Aber da es mir heute körperlich so schlecht geht, bin ich so erleichtert, dass meine Mum mich morgen besuchen kommt. Wahrscheinlich werd ich mich ihr direkt weinend in die Arme werfen, kommt richtig gut, so vor meinen männlichen Mitbewohnern. Aber soll mir egal sein. Auch die Tatsache, dass Ju über das Wochenende nachhause gefahren ist, lässt mich ein wenig einsam fühlen, da ich fast pausenlos an ihn denken muss und ihn am Liebsten rund um die Uhr in meiner Nähe hätte. Naja, so ist das. Ich versuche jetzt ein wenig zu schlafen und heute Abend würde ich gerne etwas unternehmen aber ich weiß nicht mit wem und was und erst recht nicht, ob das heute so gut wäre.
Achja ich hab die perfekte Bodylotion gekauft, heute Abend werde ich eine wandelnde Himbeere sein, yumm yumm ♥

Noch ein kurzer Edit: Ich hab das Corny nicht gegessen, aber mich dafür an den riesigen Vorrat Babygläschen rangetraut, den meine Mum mir vor ein paar Wochen mitgebracht hat - Bebivita Frühkarotten mit Kartoffeln, 78kcal pro Glas und soo lecker, wenn man es nachwürzt! Fühle mich auch überhaupt nicht vollgegessen oder Ähnliches :-) Kann es nur empfehlen! 
Schönen Start in's Wochenende wünsch ich euch :-*

Donnerstag, 3. Oktober 2013

Und der junge Mensch treibt.


Mit ihm stundenlang durch die Stadt spazieren, Herbstblätter aufwirbeln, von skandinavischer Architektur schwärmen, durch süße Shops stöbern, in seinem Zimmer in der Sonne sitzen und Kastanientiere basteln, Death Cab for Cutie hören, Kaffee mit Vollmilch trinken und 2 Oreo-kekse essen, ein bisschen verknallt sein, 43,9kg wiegen, Weißwein-Ründchen mit der WG, einen halben Caipi im Club trinken, auf Milky Chance über die Tanzfläche hüpfen, ein Prinz Pi-Poster von der Männertoilette abreißen und fast rausgeschmissen werden, das Poster triumphierend raustragen, durch die Altstadt tanzen, um 8:00Uhr ins Bett fallen, um 13:30Uhr aufwachen, an Kopfschmerzen sterben, baden gehen, Kaffee trinken, Leyn verabschieden, noch mehr Kaffee trinken, ein bisschen schlecht und voll fühlen, an die nächsten Wochen denken und ein wenig Angst haben, ich frag mich ob ICH grad lebe oder ob es die ES ist. Alles ist so unwirklich und ich weiß nicht wie ich das finden soll.



Dienstag, 1. Oktober 2013

10 Stunden im Bett gelegen, 3 davon geschlafen. Jawollo, Küsschen geht raus an meine Schlafstörungen! Halbe Stunde in der Dusche mit heißem Wasser berieseln lassen, mit Zitronen-bodylotion eingecremt, einen riesigen Pott Kaffee mit Sojamilch, Frühstück fällt wohl doch aus, Schoko-kerze, Radio aus der Heimat hören, mit Ju bei Whatsapp flirten, eure schönen Blogs lesen! Gleich werd ich mir die Haare fönen, mich ganz in Ruhe schminken und mich in meine neue Herbstjacke kuscheln, dann geh ich spazieren, werde eine Waage kaufen (halt es doch nicht aus..) und Unterwäsche und vielleicht ein neues Paar Stiefel. Und auf dem Rückweg werde ich Blätter und Kastanien sammeln und mit diesen mein Zimmer dekorieren und vielleicht ein paar hässliche Kastanienfiguren zusammenstecken. Ich bin so begeistert von diesem perfekten Herbstwetter!
Wünsche euch einen sonnigen Tag :-*


Montag, 30. September 2013

Das große Fressen ist vorbei. 
Fazit: 4 Tage Konsumieren wie ein normaler Mensch und mich kann man in die Tonne kloppen. 

Mein Geburtstag war schön, es war so wunderbar sonnig und warm, ein perfekter Herbsttag. Ich habe so viele tolle Geschenke bekommen, viel persönliches Zeug von meinen liebsten Freundinnen, sie sind einfach die besten der Besten. An 3 von den 4 Tagen war ich ab 22Uhr betrunken, anders hätte ich dieses Völlegefühl einfach nicht gedanklich ausgehalten. Gestern Abend in lustiger Familienrunde nochmal alles gemampft, was ich früher gern gegessen hab. Heute Nacht bin ich ein bisschen gestorben an Magenkrämpfen und Herzrasen, aber als dann heute gegen 15Uhr das vermisste Magenknurren endlich wieder eingesetzt hat, war alles wieder okay. Keine Ahnung wieviel ich zugenommen hab in den Tagen, ich trau mich erst wieder Freitag wieder auf die Waage, alles zwischen 44kg und 45,5kg wäre mit meinem Gewissen zu vereinbaren, ja ich bin tolerant. Fasten läuft noch bis Dienstag Mittag, dann ess' ich ein Corny Milch, mein neues Favourite-lebensmittel, Herz. Grad sitz ich in der WG, eingekuschelt in eine mega fette Kuscheldecke, die ich geschenkt bekommen hab und suchte Alligatoah, sein neues Album hat meine Erwartungen definitiv übertroffen, besonders die Akustik-CD, man muss automatisch breit grinsen beim Zuhören. Hab heute Karten für Prinz Pi bestellt, oh mein Gott ich freue mich so sehr auf das Konzert diesen Monat, das wird nochmal DAS HIGHLIGHT ÜBERHAUPT bevor die Reise in die Klinik angetreten wird. Ja, sonst denke ich bin ich gut hier in der WG angekommen vorhin, bin jetzt offiziell hier eingezogen und froh, dass ich die nächsten Tage auf mich allein gestellt bin, werde mein Zimmer aufbauen und einrichten und einfach ein paar schöne Dinge tun. Und diesen tollen jungen Mann wiedersehen, der mir den grauenhaften Horrortag letzte Woche versüßt hat. Ich hab das ganze Wochenende zuhause an ihn denken müssen und wir haben nur aufgehört zu schreiben, wenn wir geschlafen haben. Er ist so unglaublich süß ich könnte durchdrehen. Ja ich glaube sogar, dass diese Illusion, mich mit ihm bald grenzenlos fühlen zu können, Balsam für meine Seele ist und ganz, ganz viel Selbsthass abprallen lässt. Alles ist dadurch nurnoch halb so wild. Ich will, dass dieses Gefühl bleibt. Ich hoffe, er verliert nicht das Interesse und ich verliebe mich nicht, denn dann geht wirklich alles den Bach runter. Arrrgh, scheiß auf Pessimismus. Meine Mitbewohner schlafen alle schon, ich häng hier bestimmt wieder bis 5:00Uhr in der Küche ab und rauche. Mitten auf dem Tisch steht übrigens ein hübsch verzierter veganer Schoko-Bananen-Geburtstagskuchen, den mein lieber Mitbewohner für mich gebacken hat und es tut mir Leid für ihn, dass ich für diese Backware nichts anderes als Abneigung und Ekel empfinden kann. Er hat sich bestimmt viel Mühe gegeben und ich bin eine Egomanin.

Naja, irgendwann wird sicher alles anders sein. 






Donnerstag, 26. September 2013

In 4 Wochen hab ich die Chance auf einen Klinikplatz. 4 Wochen schaff ich...ich sollte nur nicht weiter abnehmen. Seit gestern esse ich wie ein Scheunendrescher, nein tu ich nicht, aber ich esse. Meistens Nüsse, Laugengebäck und Schokolade. Ich sehe förmlich, wie ich mehr und mehr und mehr werde. Bis zu meinem Geburtstag, übermorgen, zieh ich das noch weiter durch, für meine Mummy und für meine Freunde und auch ein bisschen für mich, danach kann ich nicht mehr. Ich freu mich schon auf's Fasten ab Sonntag - creepy? Das hier ist mein verkatertes Hirn, was meine Finger hier irgendeinen sinnlosen Mist schreiben lässt. Ich hab gestern Nacht viel gelacht und viel getrunken, heute viel geweint, dann hab ich bei einem orientierungslosen 3km-Spaziergang jemanden getroffen, der mir den Tag versüßt hat, er schwirrt mir durch den Kopf und das find ich schön. Jetzt brauch ich nurnoch mehr Schokolade. 
Ich hasse mich, schönen Abend euch,
cuuuuuu :-*

Dienstag, 24. September 2013

Puhh warum ist es so schwer. Mein Stoffwechsel hat sich seit letzter Woche dazu entschieden, auf Hochtouren zu laufen und jetzt sind es 44,xkg...ich wollte die 45kg wirklich halten, bis ich hoffentlich endlich die Zusage für die HWK bekomme. Am Samstag war eine Scheunenparty, ich hab hochmotiviert den Tag über nach dem Blick auf die Waage 1 Müslistange gegessen und 1 Laugenstange und Pistazien und sogar 1 Stück Kuchen unter der beflügenden Wirkung des trockenen Weißweins mit Energy. Sonntag habe ich mich immernoch so dick und voll gefühlt, konnte meiner liebsten und besorgten Mum die weitere Abnahme aber nicht verschweigen und dann gab es abends einen riesigen Teller Salat mit 1 Pizzabrötchen. Danach hab ich locker mit mindestens 2kg mehr gerechnet, was prinzipiell ja wirklich unlogisch ist, aber ich traue meinem Körper einfach nicht mehr über den Weg. Wiegen hab ich mich nicht getraut. Gestern gefastet, mein Bruder war den ganzen Tag im Haus und ich hab mir in den letzten paar Wochen angeeignet, dass ich nurnoch vor meiner Mum oder alleine esse, außer unter Alkoholeinfluss oder in Ausnahmesituationen, beispielsweise in der WG. Dementsprechend hatte ich garkeine andere Chance, als zu fasten. Und da war sie dann heute wieder, die 44...ich hab keine Ahnung, was ich denken soll. Weniger soll es doch eigentlich nicht werden... Ich hab gefrühstückt. 1/2 Nektarine, 1 Stück Apfel, 2 Esslöffel Joghurt 0,1%, 1/2 Corny free zerkleinert, daraus ein Müsli gemacht. Ich platze. Wirklich... und das macht es verdammt nochmal nicht einfacher. Das schlechte Gewissen kreischt mir schon wieder in's Ohr und ich fühle mich nicht so, als würde ich heute noch was essen können. Ich versuche mich zu motivieren, in dem ich mir Recovery-Profile auf Instagram ansehe, dann kommen kleine Momente, in denen ich mich stark fühle, die dann aber prompt verfliegen, wenn es darum geht, mir selbst etwas zuzubereiten. Morgen habe ich ein Erstgespräch in einer Klinik, in die ich garnicht gehen will. Anschließend fahre ich zur WG und räume schonmal ein paar Möbel rüber, dort bleibe ich bis Freitag und dann fahre ich mit Leyn zusammen wieder heim. Ja, und Samstag habe ich dann Geburtstag. Tolles Timing! Ich wünschte, ich könnte ihn ausfallen lassen. Aber meine Mum hat mir vorgeschlagen, mit ihr den ganzen Tag in einer Stadt meiner Wahl zu verbringen, dort wollen wir uns, wenn alles klappt, ein Tattoo stechen lassen und einfach nicht an zuhause denken. Es wäre mein zweites Tattoo, ein indischer Elefant, Rüssel nach oben natürlich :-)

Leute...was tu ich nur gegen dieses Völlegefühl? Was tu ich nur gegen dieses Gewissen? Was tu ich nur, bis die verhurte (Pardon!) Krankenkasse sich endlich entscheidet? Wie erkläre ich meinem Freundeskreis, meinen Mitbewohnern, dass ich garnicht studiere dieses Semester? Wie bekomme ich die Zeit herum, ohne durchzudrehen? 

Ich hoffe, euch geht es gut! ♥

Montag, 16. September 2013

Ich dachte ich hätte ein Feuerzeug in der Hosentasche, aber es war nur mein Hüftknochen. Ich bin ein Witzbold 8-)
Alles komisch grad. Ich pendel zwischen vorgespieltem Studentenleben in der neuen Stadt und Arztbesuchen im Halbschlaf zuhause hin und her.
Ich hab heut gefrühstückt,  damit ich Ikea überlebe. Yummy. Seitdem hab ich leider Magenkrämpfe. Trotzdem quäle ich mich jetzt für Leyn und meinen Stoffwechsel durch ein paar Bio-snacks in netter Runde,
ich brauch mehr Zeit zum schreiben.
Hoffe euch geht es gut,
Küsschen ♡

Dienstag, 10. September 2013

Ich fühle mich so unglaublich wuchtig und dick. Ich weiß, dass die Waage nunmal das anzeigt, was die Tatsache ist - das Gewicht, das auf ihr steht. Und mein Kopf weiß eigentlich auch, dass das viel mit Wasserhaushalt und Magen-/Darminhalt zu tun hat, besonders nach Alkoholkonsum und Chinanudeln am Samstag, aber mein anderer Kopf, nennen wir ihn mal so, der sieht nur diese Zahl und diese Zahl bedeutet dann nunmal:

HASS

Und dann ist der Tag gelaufen. Ich ziehe in den Kopfkrieg mit mir selbst, bewaffnet mit Vorwürfen und Beleidigungen, das Spiegelbild weigert sich angewidert, mich anzusehen. Frag mich wie das bald sein soll, wenn die Zahl jeden Tag weiter und weiter nach oben klettert.

100Gramm mehr auf der Waage = 1 Schritt näher am Gefühlsabgrund. 



Muss mich ablenken, muss in die Stadt, scheiß auf Regen, ich glaub ich kauf mir ein neues Handy.
Dann zum Arzt, Blutergebnisse sind da.
"Kommen Sie mal besser persönlich rein!"
Ich geh rauchen.


Samstag, 7. September 2013

Ich hab heut einen Pfirsich, ein ganzes Rosinenbrötchen und eine Schale Cocktailtomaten gegessen für meine Mama und es geht mir in Ordnung damit :-) Morgen ist die große Party hier und die will ich so sehr genießen können, kein Kreislauf, Magen oder Traurigkeit. Morgen wird ein schöner Tag und ich werde mir größte Mühe geben, etwas zu essen, vielleicht auch 1 Gläschen Sangria zu trinken und mich normal und gut zu fühlen und mit meinen Liebsten verrückt zu tanzen und zu lachen und zu rauchen und nicht zu schwach und schlapp zu sein, also werde ich morgen etwas essen, jawohl. Ich lass mir diesen Tag nicht versauen, meine Zukunft ist schon auf Eis gelegt, also schenke mir diesen Tag, liebe Welt, ich brauch ein Stückchen Normalität.

Mittwoch, 4. September 2013

Die letzten Tage waren überhaupt nicht schön, momentan sieht es danach aus (falls kein unglaubliches Wunder geschieht und ich eines Morgens aufwache und die Tatsache, zu Essen, nicht mehr als unmöglich ansehe) dass ich das erste Semester wohl nicht studieren werde, erst im Sommersemester beginne und bald in eine Klinik gehe, bittelieberGottlassesdieHabichtswaldkliniksein. Es Leyn zu sagen wird sie unheimlich enttäuschen und auch wenn ich das WG-Zimmer trotzdem schonmal anmiete, wird sie wohl einige Zeit dort alleine wohnen müssen und das tut mir so leid. Und nur, weil ich so dumm bin. Jawoll - ich habe mir selbst meinen Traum versaut. Aus dieser Tatsache resultieren pro Tag ca 3 Weinanfälle mit 'ner ordentlichen Portion Selbsthass. Den Rest der Zeit verbringe ich auf der Cocuh, mit Spaziergängen im Park und meinem Bruder, dem ich, wie dem Rest der Familie (außer Mama) noch Garnichts erzählt habe. Ich schäme mich so dafür, dass ich nichts mehr essen kann, dass mein Gewicht so schnell wie noch nie immer weiter herunterklettert und dass ich so schrecklich aussehe. Gestern wollte ich zu meiner Therapeutin, jedoch hab ich auf dem Weg vom Haus zur Bushaltestelle so Angst bekommen, Menschen zu treffen und vor dem Aufenthalt am Bahnhof, dass ich direkt wieder nachhause gegangen bin. Heute wollte ich Blaubeeren essen, wenigstens etwas, dachte ich mir. Harhar Fehlanzeige. Sie gammeln unberührt auf dem Küchentisch herum, obwohl sie doch so hübsch aussehen und zu meinen Fingernägeln passen. Samstag feiern Leyn und ich ganz groß unsere Abschiedsfeier (wie gut, dass keiner weiß, dass ich wahrscheinlich nicht gehe), naja und ich hab mich so lange auf den Tag gefreut, und ich freue mich immernoch, aber ich hab Angst vor den Sprüchen von allen meinen Bekannten, die mich länger nicht gesehen haben und ich werde keinen Alkohol trinken können und frage mich, wie ich das rechtfertigen soll und ich habe einem Kollegen mit einem breiten Grinsen versprochen, mit ihm mind. 2 Muffins zu essen (da war ich wirklich noch davon überzeugt) und werde es nicht tun können. Ich glaube es ist an der Zeit, es sich einzugestehen. Ehrlich zu sein. Aufrichtig zu sein und es laut aussprechen können.
Ich habe eine Essstörung.
Und sie hat momentan die Überhand.
Insgeheim hoffe ich, dass ich bald einfach kreislauftechnisch zusammenbreche und somit alle Fragen geklärt sind und irgendein komischer Arzt es allen erzählen kann, dann bin ich schön aus dem Schneider. Egoistisch, aber...es gibt für mich nichts Schlimmeres und Härteres als meinem Dad und meinem Bruder gegenüber zu stehen und ihnen zu sagen, dass ich versagt habe und das Studium nicht antreten kann und dass ich Essen nicht mehr selbst auf die Reihe bekomme und dass mir bald wohl Therapeuten und Ärzte dabei helfen müssen, mich selbst zu akzeptieren. Ja, Daddy, deine Tochter ist eine Versagerin. Und ja, großer Bruder, deine Schwester ist nicht die selbstbewusste, starke Schwester, die du dir so gerne wünschst. Nein, sie ist ein kleines Häufchen Elend, welches irgendwann, vor ein paar Jahren, in ihrem Kopf ein optisches Selbstbild von sich selbst erstellt hat, welchem sie niemals gerecht werden wird und welches sie dazu verleitet, alles kaputt zu mache
Ich wünsche mir so sehr, dass sich jetzt alles noch ändert. Dass ich einfach beginne, mich zu lieben.
Zack - Aufwachen und alles ist anders.
Ein Funke Hoffnung bleibt.

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