Elina
27 Jahre
selbstkritisch, paradox, aber stilsicher

Samstag, 12. August 2017

"Auf's falsche Pferd gesetzt - mich selbst hahaha
Und jetzt reite ich einfach bis ans Ende der Welt
Habe mich zu lange gehen lassen, 

um den ganzen Weg zurück zu joggen hab ich nicht genug Training gehabt
Und außerdem brechen die Bronzestatuen, 

die man von sich erbaut irgendwann zusammen unter all dem Staub
Schau, ich will mich nicht länger bemühen
Hilfst du mir kurz mit dem Reißverschluss meines Menschenkostüms?
Meine Augen sind zum Schließmuskel mutiert
Ich bring es zu nichts, ich bring es zu Papier" - Maeckes


Ich hatte vorhin so viele poetische Gedanken, als ich unter der Dusche stand und meinen mit hunderten von Muttermalen geschmückten Dalmatiner-Körper von oben herab angestarrt habe. Da werden ein paar Knochen sichtbar, die sich lange versteckt hatten. Das ist das, woran ich mich noch erinnere. Mein Kopf ist voller Staub und Schwindel, die letzte Nacht war lang und um 7Uhr heute morgen bin ich irgendwann in mein Bett gefallen.
Ich brauche irgendetwas für meinen Blutzuckerspiegel und eine Kanne Koffein, vielleicht verschwindet dieser Schleier dann wenigstens für die nächste Nacht.

Dienstag, 8. August 2017

Ich hatte es fast vergessen.
Ich hatte fast vergessen wie es ist, mehr als drei Tage jegliche Nahrung zu verweigern.
Ich schwanke hin und her zwischen
"Ich schaff die Treppen leider nicht und möchte nur schlafen und Tee trinken bitte hilf mir aber und zwing mich bitte etwas zu essen"
und
"Es ist wie High-sein ich tanze durchs Zimmer wehe du bietest mir was zu Essen an dann werde ich ausfallend" 
Immer wieder aufs Neue faszinierend.
Ich habe einen Krankenschein für diese Woche und kann somit frei entscheiden, ob ich mich in der Lage fühle, mich wie ein normaler Mensch zu benehmen oder eben nicht.
Hallo Untergewicht, Hallo Erdbeerkaugummis und Hallo Lügen!



Donnerstag, 3. August 2017

Der Sommer war bisher so voll, so vollgepackt mit wunderschönen Momenten, Menschen und Gesprächen. Und doch war ich kaum einen Tag alleine. Nicht einen Tag habe ich in diesem Zimmer auf meinem Bett mit einem Buch verbracht. Dabei sind solche Tage so wichtig, um einfach nur bei mir zu sein. Ich neige dazu, mir diese Zeit zu verweigern - Vielleicht aus Angst vor Gedanken, die mir nicht gefallen könnten. Gedanken, die stärker werden könnten, die ich nicht wahrhaben möchte, weil doch eigentlich alles grad so hell und schön ist. Weil doch grad so viel Sonne auf mein Leben scheint, wie lange nicht mehr. Und trotzdem...es bleibt beim Alten.

Es gibt so viele Worte
ich habe es schon so oft versucht
aber ihr könnt es nicht verstehen
Ihr könnt nicht verstehen
wenn ihr es nicht selbst erlebt habt
Wenn man jeden Tag
vor dem Schlafen
und nach dem Aufstehen
denselben Gedanken hat
wenn man dann weiß
dass diese Gedanken
ein Leben lang ein Teil von dir sein werden
Und dann hüllt man sich in die wärmste Decke ein
und hört die beste Musik der Welt
und zündet die Kerzen mit dem schönsten Duft an
oder vergräbt sein Gesicht in dem Fell seines Hundes
oder tanzt die ganze Nacht durch
Aber nichts von den besten Dingen
kann etwas daran ändern
nichts davon macht es auch nur ein Stück besser
Was bleibt
ist ein Mensch
der nun aufhört, Wege zu suchen
der sich nicht mehr erklären möchte
der versucht zu akzeptieren
dass man mit manchen Dingen
auf sich allein gestellt ist