Elina
27 Jahre
selbstkritisch, paradox, aber stilsicher

Sonntag, 29. Juni 2014

Nacht durchgearbeitet im Club
Gut gefühlt / weniger gewogen
Zu wenig geschlafen
Heute Chillmodus mit meinem Mitbewohner
Fußball schauen bei Pizza, Bier und Waffeln
Gute Frage warum ich heute Bock auf Kohlenhydrate hatte
Ich hasse Kohlenhydrate
Ich liebe Kohlenhydrate
Ich will Schokolade
Liegt der Fokus dieses Posts hier grad irgendwie falsch?
Ich bin raus



Samstag, 28. Juni 2014

Ich will raus. Ich will ein paar Klamotten zusammenpacken, mir einen Rucksack umschnüren und mich von hier verpissen. Ich will mich in einen Zug setzen und bis nach Hamburg durchfahren, dann will ich in meinen Lieblings-stiefeln und Chanel Nr.45 auf den Lippen durch die Nacht stapfen und mich an den Hafen setzen, mir eine Zigarette drehen und City and Colour hören. Ich will mich in einer Kneipe an die Theke setzen und ganz locker einen Cuba Libre bestellen. Ich will einen Kerl der sich neben mich setzt und sowas sagt wie: "Hey Kleines, du siehst rastlos aus, und als könntest du eine Nacht eine Auszeit gebrauchen.". Ich will ihn abfällig anschauen, meinen Rum runterkippen und mir Feuer geben lassen. Ich will mir denken "Ja verdammt, ich könnte wirklich eine beschissene Auszeit gebrauchen." Ich will mich an die Hand nehmen lassen und durch kleine, dreckige Straßen laufen. Ich will in der Anonymität dieser Großstadt baden und mir irgendeinen neuen Vornamen ausdenken. Ich will in einem Irish Pub landen, wo eine schlechte Band Songs von Fiddler's Green und U2 spielt und ich will mit bärtigen, tätowierten Barkeepern shakern, Bier trinken, schlechte Witze machen und mich einen scheiß Dreck kümmern, was ich überhaupt anhabe oder ob meine Haare sitzen. Ich will mich Huckepack bis nach St.Pauli tragen lassen und mir "My thoughts were so loud I couldn't hear my mouth." auf die Rippen tätowieren lassen. Und dann will ich wild und heiß tanzen, bis mir alles wehtut. Und dann will ich zurück zum Hafen und mir den Sonnenaufgang ansehen, eingepackt in einen Hoodie von dem Kerl, dessen Namen ich vergessen habe, und dann will ich im schrulligsten Cafe der Stadt frühstücken gehen und dann will ich zurück zum Bahnhof und ich mich in den Zug setzen und mit Modest Mouse in den Ohren nachhause fahren.
Dann will ich meine Zimmertür öffen, in den Spiegel sehen und das zerzauste, Make-up-verschmierte Mädchen im Spiegel angrinsen.
Und dann will ich mein Handy nehmen und deine Nummer löschen.



Freitag, 27. Juni 2014

Mein Herz rattert seit mittlerweile 16 Stunden so holprig und unregelmäßig, dass mir schlecht wird. Liegt vermutlich an dem Liter Energy gestern und dem Kaffee-konsum heute. Und selbstverständlich an dem Studieren des kompletten Nachrichtenverlaufs von Danny und mir. Diverse Gespräche und Sätze graben sich nach und nach in meinen Kopf, immer tiefer und aggressiver, bis meine Hände von oben das Signal bekommen - Schmeiß das scheiß Handy weg. Es landet fast lautlos und viel zu sanft auf meinem Teppich.

"Hab grad kurz gedacht, dass ich wirklich froh bin, dich kennengelernt zu haben und dass ich momentan garnicht wüsste, wohin mit mir, wenn du nicht da wärst / Wir sind zwei viel zu verliebte junge Menschen / Danke, dass du da warst / Ich will zu dir. Scheiß drauf, ob das jetzt zusammenhanglos und kitschig ist." 

- Guten Abend, für mich heute bitte eine Kalaschnikow und einen starken Cocktail aus Dopamin und Valium in Form einer Kugel, und ich baller mir das Hirn weg. Danke. 
- Gern. Die Speisekarte dazu?
- Nein, nein, keine Umstände. Essen ist heute nicht drin.

Man könnte sagen: Selbst Schuld, Schätzchen. Lerne endlich damit umzugehen, statt dir von jedem Funken, der von ihm noch rüberweht, direkt eine ganze Zigarette anzuzünden.
Ich bin komisch metaphorisch momentan. Muss am Schlafdefi liegen.

Ich hab mir grad irgendwie die Lippe aufgebissen. Nikotin, Salz und Eisen - delikat.



Donnerstag, 26. Juni 2014

Ein Acoustic-song bei Spotify, den ich nicht kenne, aber trotzdem mitsumme. Ich dufte nach einer Mischung aus Mandel und Rose, habe einen Handtuch-turban auf dem Kopf und esse ein Bagel a la Cohen und trinke für meine Gewohnheiten viel zu schwachen Senseo-kaffee. Workout erfolgreich abgeschlossen. Ich fühle mich fit, fast schon hibbelig. Gestern haben Leyn und ich es geschafft, den kompletten Tag in der Küche auf zwei Klappstühlen lümmeld, vorm Fernseher zu verbringen. Beverly Hills 90210, die alte Serie, grandios. Fußball - Mitfiebern, Kippchen im Mund und abfällige, unprofessionelle Kommentare zum Spielverlauf abgeben. Taff, Shopping-queen, Schokolade, Quiz-shows, Reportagen, Studentenfutter, wieder Fußball. Ja ich habe mich gefühlt wie ein fettes, faules Schwein, aber auf der anderen Seite hab ich es wieder zu schätzen gewusst, wie es ist, mit der besten Freundin zusammenzuwohnen. Sie ist so einzigartig. Sie ist so vollkommen anders als ich, aber letztendlich sitzen wir beide dann doch, beispielsweise wie gestern, heulend nebeneinander, weil es so furchtbar traurig ist, wie Michael Ballack in "Deutschland - ein Sommermärchen" weint. Oder schreien zur gleichen Zeit "BUBU!" und klatschen entzückt in die Hände wenn ein Baby in irgendeiner kitschigen Windel-werbung zu sehen ist. Grunsätzlich sagen wir oft zur gleichen Zeit dasselbe, haben die gleichen kranken Phantasien von irgendwelchen Horror-szenarien, die wir gerne mal erleben wollen, ja wir haben sogar denselben Zyklus. Und doch könnten wir nicht unterschiedlicher sein.
Jetzt läuft grad "Howie Day - Collide" und ich vergöttere diesen Song, er erinnert mich an One Tree Hill, sonnige Herbsttage, Zugfahren und Sommersprossen. Danny hat mich gefragt, ob wir heute Abend auf einer Uni-Party was trinken und "quatschen" wollen. Wollen wir nicht. Wollen wir. Hätte ich nicht den Todesmuskelkater in meinen Oberschenkeln, würde ich ihm für diese Frage gerne einen Tritt verpassen. Und hätte ich nicht den Todesmuskelkater in meinen Oberarmen, würde ich ihn mir gerne schnappen und mich an ihm festketten. 
Kinder der Liebe, erklärt mir die Logik unserer maskuliner Erdbewohner. 
Jetzt läuft "Band of Horses - No one's gonna love you" und es erinnert mich an schlecht lackierte Nägel, zerrissene Jeans und Rotwein.
"They should have warned you, when things start splitting at the seams and now, the whole thing's tumbling down"

Ich habe länger kein richtiges Gespräch mehr mit meiner Heimat geführt. Mit M. telefoniere ich täglich, vorhin noch, aber letztendlich könnte ich kein einziges Telefonat wiedergeben. Anrufe meiner Familie nehme ich nicht an, weil ich keine Lust habe. Alle paar Tage lasse ich per Nachricht von mir hören, dass alles okay ist. Und das ist es ja wirklich.
Ich rühre noch ein wenig Egoismus in meinen mittlerweile dritten Kaffee, dann bändige ich meine Locken und werde Ordnung in das WG-Chaos bringen, bevor das Studenten-gesindel kommt.
Deutschland - USA 
23445 - 0

Ich klatsch diesen sadistisch veranlagten Hurensohn-Laptop gleich an die Wand.Würde gerne schreiben aber dieses nutzlose Gerät hält mich bedauerlichweise davon ab. 
Fast 2Uhr, hellwach, dann hab ich wohl ein Date bei Mondschein mit Simon Jäger und ein paar schwedischen Mord-szenarien.

Blinka lilla stjärna där
hur jag undrar vad du är
Fjärran lockar du min syn
lik en diamant i skyn
Blinka lilla stjärna där
hur jag undrar vad du är

Donnerstag, 19. Juni 2014

Ich bin so schwach, mein ganzer Körper ist so schwach aber gleichzeitig will ich mir am liebsten die Lunge aus dem Leib rennen. Wackelig stehe ich auf, ziehe mir eine Jacke an, gehe raus und laufe los. Rennen klappt nicht, aber laufen, einfach laufen. Automatisch schlage ich "unseren Weg" ein, an den Feldern vorbei, an den Kühen, an dem kleinen Hotel mit dem süßen Teich und den zwei Pferden, an der Straße, an der du deinen Arm um mich gelegt hast und haargenau drauf geachtet hast, dass ich nicht zu nah an den vorbeifahrenden Autos laufe. Heute balanciere ich auf dem weißen Streifen, der Gehweg und Straße trennt. Es beginnt zu regnen, der Wind fegt durch die Bäume, und irgendwie ist meine Jacke viel zu dünn. Trotzdem tut es gut, diese Kälte, der graue Himmel, weit und breit kein anderer Fußgänger, nur ich und meine Musik und die schmerzhaften Gedanken an dich. Ich weiß langsam nicht mehr wie es ist, deine Hand zu halten, meinen Kopf auf deine Brust zu legen, mein Kissen riecht nicht mehr nach dir, es wird immer weniger und somit immer realer. So viele Bilder jedoch, insbesondere unsere letzte Begegnung, wie eingebrannt in mein inneres Kopfkino. Ein schlechter Abspann, der immer und immer wieder läuft, weil der Beamer einen Wackelkontakt hat. Ich habe dich die ganze Zeit angesehen aber da war nur dein scheuer Blick, der sich auf dem Boden verloren hat, da waren nur diese letzte Sekunde, in der du mich kurz angeschaut hast, bevor du dich umgedreht hast und gegangen bist. Wielange ich noch da saß, auf der Mauer, eine Zigarette nach der anderen, verdammt. Ich frage mich, wann es endlich aufhört. Jetzt sitze ich frierend im Bett, eingehüllt in eine Decke und einen Winterschal. Ich hab Halsschmerzen und fühle mich noch ausgelaugter als vor ein paar Stunden. 

Ein leerer Kinosaal, nur ich sitze noch da, starre auf die Leinwand. Die Lichter sind schon längst wieder an, aber ich kann nicht glauben, dass der Film vorbei ist. Er war einfach zu schön. Ich wünsche mir, dass ich ihn nie gesehen hätte. 

Ich habe noch nie wegen einem Kerl so viel geheult. 
Ich ziehe meinen Hut!

Mittwoch, 11. Juni 2014

Es ist wieder da. Die beiden letzten Tage ging es eigentlich ganz gut, ich habe "wenig" drüber nachgedacht und konnte mich gut ablenken. Gestern war ich lange spazieren und habe seit langem mal wieder Fotos gemacht und es hat mich unglaublich befreit, durch die Felder zu laufen, bis die Sonne irgendwann unterging, und es trotzdem noch so warm war.

 Nur grad sitze ich wieder regungslos da, zusammengefaltet auf meinem Bett, fragt mich nicht wielange, ich schaff das wirklich über ne lange Zeit, und kann an nichts anderes denken. Ich kann nicht glauben, dass es vorbei ist. Er fehlt mir so, alles fehlt mir so. 
Coldplay zu hören war nicht so die beste Idee, Chris Martin bringt einen halt immer zum heulen.

Mein Koffer ist gepackt, morgen früh geht es in meine Heimatstadt. Am Samstag ist ein Schlager-festival, bin gespannt wie es dieses Jahr wird. Was ich den Rest der Zeit mache...gute Frage. Warum ich schon morgen fahre...bin rastlos. Meine Mum ist für die nächsten Wochen nicht zuhause, das heißt ich hab die ganze Wohnung für mich, solange ich will. Wielange ich letztendlich bleiben werde, weiß ich auch noch nicht. Klar könnte ich mich mit alten Freunden treffen, aber das will ich momentan garnicht. Ich will aber auch nicht alleine sein, weil mich das kaputt macht. 
Heute morgen Magerquark mit Heidelbeeren/Nektarine/gefrorenen Weintrauben gegessen, abends eine Paprika und ein Stück Gurke. 8000Liter in Form von Fanta Zero/Ice Tea zero/Sprite zero/Kaffee (oh so gesund, Elina!) getrunken. Hunger hab ich keinen. 

Was tu ich nur, um dieses lähmende Gefühl abzuschütteln? 
Ich will das alles nicht. Würde am liebsten wie ein 3-jähriges Kind auf dem Boden aufstampfen und dann kommt Papa und macht alles wieder heile.

Sonntag, 8. Juni 2014

Der Abend ist natürlich wieder eskaliert. War vielleicht doch noch zu früh. Naja, trotzdem waren 80% ganz lustig, haben so viel Karaoke gesungen und viel zu viel Tequila getrunken. Um 5Uhr ist es dann eskaliert...ich saß mit Leyn auf einer Mauer in der Innenstadt und wir haben geredet, bis die Sonne aufgegangen ist. Besser gesagt hat sie auf mich eingeredet, ich saß eigentlich nur daneben mit einer verheulten Fresse und hab die Autos beobachtet. 

"Du bist so kaputt. Und du machst dich immer mehr kaputt. Irgendwas stimmt nicht mit dir. Und du bist so egoistisch, dir ist es scheißegal, wenn wir uns Sorgen machen und wenn wir uns wünschen, dass du was änderst. Es ist dir einfach so egal, weil du wahrscheinlich eh schon aufgegeben hast. Wenn du jetzt nichts änderst, dann wird das Studium definitiv schiefgehen, weil du dich überforderst und dann beginnt alles wieder von vorn. Willst du das? Ja...ja scheinbar willst du das. Glaubst du, mit 40kg ist alles aufeinmal gut? Du kennst es doch, nichts war besser. Sag mal weißt du, dass ich immernoch Angst um dich hab? Und weißt du, dass ich letztes Jahr gedacht hab, dass du dich irgendwann tothungerst? Weißt du, wie froh ich war, als du endlich zugenommen hast? Und letztendlich weiß ich einfach genau, dass es noch lange nicht vorbei ist. Glaubst du ich merke nicht, wie saudreckig es dir geht? Ich bin immer für dich da...klar. Aber ich bin nicht dein Babysitter. Wenn du reden willst, kannst du immer kommen. Aber das willst du ja eh nicht. Ich kenn dich, wenn du etwas nicht willst, dann machst du es auch nicht, egal, was andere sagen. Dann scheißt du einfach drauf. Aber bitte tu mir den Gefallen und suche dir jemanden, der dich versteht. Denn das können wir nunmal alle nicht. Wir können es einfach nicht. Und ich will einfach nicht, dass du irgendwann nicht mehr da bist. Weil manchmal...da denke ich einfach, dass du so viel versteckst, was du wirklich denkst, und das macht mir Angst. Weil ich manchmal das Gefühl habe, dass du nicht mehr willst. Und darum...bitte suche dir jemanden, der dich versteht. Geh wieder zur Therapie. Aber du willst ja nicht. Du willst einfach nicht, und wenn du es nicht willst dann bringt es auch nichts, wenn wir das alle wollen, weil du musst es selbst wollen. Und letztendlich will ich einfach nur, dass du weißt, dass du uns allen so unfassbar viel bedeutest, und ich glaube das bezweifelst du viel zu oft, und ich will einfach nicht, dass du irgendwann nicht mehr da bist, weil du aufgegeben hast."

Das war die Kurzfassung von dem, was gestern auf mich eingeprasselt ist. Ich weiß nicht mehr alles, weil ich einfach viel zu betrunken war, aber letztendlich ist es vielleicht auch besser. Denn ich glaube, mich hat lange kein Gespräch so sehr mitgenommen. Und so wirklich drauf klargekommen bin ich auch immer noch nicht. Ich hätte nie gedacht, dass Leyn soviel mitbekommt, von dem, was in mir vorgeht. Und dass sie solche Angst um mich hat. Und letztendlich hat sie recht, niemals würde ich deswegen was ändern. Ich bin ein verdammter Egoist. Ich hab grad einfach keine Lust, irgendetwas für irgendjemanden zu tun. Weil ich einfach so enttäuscht bin, am meisten natürlich von mir, weil sich nichts geändert hat nach soviel Therapie, aber auch von so vielen Menschen und von dieser Welt, die ich doch eigentlich so liebe aber irgendwie harmonieren wir einfach nicht. Ich will erstmal auf mich selber klarkommen. Und grad bin ich dazu nicht in der Lage. Und solange mach ich was ich will, egal ob es jetzt hungern ist oder mich zurückzuziehen oder was auch immer. Ich mach das, womit alles noch halbwegs am erträglichsten ist. Das heißt nicht, dass ich mich in dem Sinne aufgebe, sonst hätte ich das schon längst gemacht. Das heißt einfach nur, dass ich rausfinden muss, wie ich leben will. Was ich in Kauf nehme und was ich bereit bin, zu investieren. Und irgendwann wird es auch wieder anders sein. Bestimmt.

Montag, 2. Juni 2014

Und mein Herz schlägt weiter, 
obwohl es fürchterlich brennt, und alles hier zerfällt.
Doch nichts tut für immer weh. 
Und die Welt dreht sich weiter und wir sind nicht am selben Fleck.
Aber ich glaub' es ist okay, denn nichts tut für immer weh.
Wir verlieren was wir liebten, weil alles so kaputt ging
Das war nicht meine Absicht, dass alles so kaputt ging.

Und du tust mir nicht mehr weh,
du tust mir nicht mehr weh. "
- ELIF (anhören!)

Ich war gestern 4 Stunden planlos in diversen Zügen und Bussen unterwegs, ich hab getrunken, ich hab geweint, ich bin gelaufen, ich lag im Bett, ich war wütend, ich hab mit Kissen um mich geworfen - Es tut immernoch weh.
Ich kann nicht schlafen und essen erst recht nicht.



Es tut mir leid, dass ich euch noch nicht geantwortet habe, 
ich mach das noch, versprochen.