Elina
27 Jahre
selbstkritisch, paradox, aber stilsicher

Donnerstag, 12. Februar 2015

Eigentlich war es geplant, dass ich Samstag für ein paar Tage meinen Dad besuchen fahre. Da ich aber momentan relativ instabil bin und wirklich einfach nur Ruhe brauche, Ruhe für mich, meinen Körper, Zeit zum Nachdenken, etc, habe ich mich entschieden ihn nicht besuchen zu fahren. Meine neue "Therapeutin" sagte auch, dass es die beste Idee sei, mir jetzt einfach mal 1 Woche Zeit für mich zu nehmen, im besten Falle auch bei meiner Mum, und dass ich meinem Dad einfach die Wahrheit sagen sollte - Rückfall, Unsicherheit, und der ganze andere Spaß. Das habe ich ihm dann heute morgen geschrieben, dass er nicht sauer sein soll, aber es mir nicht gut geht, dass ich die Zeit bei ihm nicht genießen könnte, weil ich mir viel Sorgen ums Essen mache etc etc, und dass es nicht an ihm liegt. Die Antwort war unfassbar.
 "Keine Chance...du kommst. Ich hab die Fahrt mit dem ICE schon gebucht."
Dann hab ich erstmal geheult. Das war so ein richtiger Schlag ins Gesicht. Als würde ich nur eine Ausrede suchen, ihn nicht zu besuchen. Und auch noch über meinen Kopf hinweg zu entscheiden, ich war einfach nur geschockt. Klar, die Kommunikation über WhatsApp ist nicht die beste, und viele wird fehlinterpretiert. Zum Glück sehen wir uns morgen Abend persönlich auf einer Karnevalsveranstaltung. Ich hoffe ich habe den Mut, ihm ins Gesicht zu sagen dass ich NICHT mitfahren möchteIch will ihn einfach nicht enttäuschen, aber der Gedanke mich dahinzuquälen, nur damit er sich besser fühlt, das macht mir alles so Druck - ich will nicht, dass er mich für verrückt hält, will mich nicht für mein Verhalten rechtfertigen und erst recht keine Panikattacke bekommen, wenn er und seine Frau einen Restaurantbesuch planen. Es würde schrecklich werden, für uns beide.

Aber das motiviert...irgendwie. Die Erkenntnis, dass ich grad sowas von unfähig bin, in jeder Hinsicht. Ich muss was ändern. Auch wenn alles in mir schreit "SIEBENUNDVIERZIG, siebenundvierzig, so eine schöne Zahl, komm schon, nur noch ein paar Tage" weiß ich genau, dann wäre aufeinmal die 45 attraktiv und Zack dann die 43. Dick bin ich immer. Also starte ich das Projekt Gewicht halten - also ich versuche es wenigstens. Ich habe damit nur leider kaum Erfahrung, mit einem niedrigen BMI habe ich eigentlich nie mein Gewicht gehalten, entweder ging es weiter straight nach unten oder ich war in Therapie und musste zunehmen.
Das Gute ist, dass ich seit gestern in der Heimat bin, hier ist es einfacher, zu essen. Ich hab mich z.B wieder an warmes Gemüse rangetraut, ja klingt dumm, aber ich hab diese Angst vor warmen Gerichten + Salz entwickelt, und bin wirklich glücklich, dass ich mir nen Ruck gegeben habe, es wieder zu probieren. Also esse ich nun jeden Abend eine Schale TK-Gemüse und ein bisschen Rohkost, vielleicht ein Ei ohne Gelb. Damit kommen Körper und Geist beide klar. Zum Frühstück versuche ich mich wieder an Joghurt, mit Obst. Wenn das mit dem Joghurt nicht klappt, dann mehr Obst. Und Mittags einen Protein- oder Müsliriegel und Studentenfutter. Die Schiene fahre ich die nächsten 3 Tage und schaue mal, wie es so klappt. Vor allem, ob ich damit überhaupt halte.

Und dann bekomme ich hoffentlich bald einen richtigen Therapieplatz und dann bete ich dafür, dass diese Person mir die Hand auf die Stirn legt und mich heilt ;-) Hachja...

2 Kommentare:

  1. Liebe Elina,

    vielleicht war der Impuls deines Vaters fürsorglich gemeint? Dass er dich bei sich haben möchte – sich ein eigenes Bild machen, wie schlimm es schon wieder ist – mit dir sprechen, (mit dir essen), dich festhalten?

    Ein UG zu halten ist schwierig und eine Gratwanderung....weil weniger ja „im Prinzip auch halten ist. Weil Schwankung. Weil Wassereinlagerung. Weil -“
    Weil zunehmen ja böse und unerwünscht ist und nicht halten. Halten ist nur gleich (oder weniger).
    Wie hast u dich mit den 12 kg mehr gefühlt? Wie hast du gedacht, gegessen, gelebt? Was hast du geliebt?

    Alles Gute, Anima

    AntwortenLöschen