Elina
27 Jahre
selbstkritisch, paradox, aber stilsicher

Freitag, 5. Dezember 2014

Keine Ahnung worüber ich schreiben soll. Keine Ahnung, warum ich meistens vor diesem weißen Fenster sitze, wenn's mir nicht gut geht. Als ob das Schreiben mir irgendwie hilft. Letztendlich tippt man sich nur die Scheiße von der Seele aber selbst diese Aussage ist eine Lüge, denn letztendlich ist sie ja dann nicht "weggetippt" und besser fühlt man sich anschließend auch nicht. 
Die letzten Tage war ich eigentlich nur unterwegs, hatte kaum Raum für mich, was mir garnicht gefällt. Essenstechnisch war ich ein paar mehr oder weniger ausweglosen Situationen ausgesetzt, die mich im nachhinein ziemlich wütend machen, so wütend, dass ich diese WG-Situation manchmal verfluche. Aber ich habe nicht zugenommen, immerhin das. Ich hänge auf einem Gewicht rum, welches in mir immerhin nicht mehr den vollkommenen Selbstzerstörungs-drang auslöst. Und ich weiß, ich bin wieder drin. Klar, ich war immer "drin", aber es ist jetzt wieder viel intensiver. Das "normale Leben" in dem Sinne ist einfach keine Option mehr für mich, wie sie es trotz allem immer war die letzten Monate. Ich kann dieses normale Leben einfach noch nicht führen, es zerreißt mich mehr, als die MS es jemals getan hat. Wenn ich das Leben zurückhaben könnte, welches ich vor 4 Jahren geführt habe, dann wäre es eine Option, aber das wird nicht mehr möglich sein, und das akzeptiere ich jetzt.

Am 20.Dezember fahre ich zu meinem Dad, bis dahin hab ich noch 14 Tage Zeit für mich, Zeit, um so zu essen/hungern, wie ich möchte. Das beruhigt mich ein wenig. In 14 Tagen sind 3kg absolut realistisch, auch wenn ich mir keine Ziele mehr machen wollte, aber das ist auch kein Ziel, das ist einfach Fakt.
Eigentlich wollte ich heute noch in die Stadt, um ein paar Weihnachtsgeschenke zu kaufen und mir ein bisschen den Hintern abzufrieren beim durch die Gegend stiefeln, aber ich kann mich noch nicht aufraffen. Die Winter-Weihnachtsstimmung ist verflogen...und das macht mich so leer. 
Letztes Wochenende in der Heimatstadt war alles noch so voller warmer Lichter und Gemütlichkeit, ein wunderschönes Konzert, auf dem ich auch nur ein ganz kleines bisschen geweint habe :-D und der perfekte Abschluss am Sonntagabend mit meiner Mum auf dem Weihnachtsmarkt und meinem Bruder, der zum Tatort vorbeikam. Bis Weihnachten bin ich erstmal nicht mehr in der Heimat, aber das ist okay, denn ich fühle mich nicht bereit, ich bin einfach noch zu viel.
Den Tag ernähre ich mich von Brennessel-tee und bevor ich heut Nacht arbeiten muss, esse ich vielleicht noch einen Energie-riegel, je nach körperlicher Verfassung. 

Ich wär so gerne glücklich, ohje ich wäre so verdammt gerne glücklich.




3 Kommentare:

  1. Ach du.
    Wünschte, ich hätte ein paar Antworten für dich, hab ich aber nicht.
    Hoffe nur es wird alles irgendwie, obwohl das auch nur so eine Floskel ist, die man schreibt, wenn man nichts Konstruktives beizutragen hat.

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  2. schreiben hilft immer, wenn man daran glaubt und das ist oft das wichtigste, weil den satz den du verneinst, würde ich genau desw. bejahen, es is dein buch, das du schreibst, das buch deines lebens, völlig egal ob öffentl. oder privat, und wenn du schriebst dann ziehst du eine seite raus oder beginst ein neues kapitel und mit dem letzten punkt, schiebst du es wieder rein, klappst das buch und es is weg. analog dem laufen, wo man auch die alltagsschubladen des lebens aus dem schrank, der die last trägt, schließen kann, nachdem man sie sich von der seele gelaufen hat - der sog. selbstreinigungsprozess ("katharsis") - vll fehlt dir wirklich allein der glaube daran oder es is meine naivität und realitätsdistanz, die mich selbiges erfolgreicher tun lässt! aber ich mache nichts anderes, und es hilft.
    leider trifft mich der schlag den du "mit 4 jahren..." andeutest wohl auch in gewisser weise ähnlich, nur das es inzw. 8 sind bei mir, was es ja leider ne besser macht, mich do aber mitfühlen lässt iwie.
    wenn ein zauberer gewusst hätte, wie teuer sich manche menschen ihr glück erarbeiten, er hätte die MS entzaubert!

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  3. ach süße, bei mir ist es gerade ähnlich. dabei weiß ich genau, dass ich mich wahrscheinlich nie bereit fühlen werde/würde. oder denkst du, es wird mal einen richtigen zeitpunkt geben? einen der lange anhält.
    "weniger werden wollen und glücklich sein - das passt einfach einfach nicht zusammen",
    aber verdammt wie wünsche ich mir und dir und uns allen einfach mal glücklich zu sein.

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