Manchmal hab ich diese kleinen, melancholischen Momente, an denen ich zurückdenke an die Wochenenden in dem riesigen, schönen Haus in Lüneburg, mit der wunderschönen Terrasse, dem großen Teich im Garten mit der kleinen Holzbrücke und dem Feld dahinter. Wie wir morgens in der Sonne zu dritt gefrühstückt haben, die Hunde haben im Garten gespielt und wir haben den Tag geplant. Museums- und Kinobesuche, shoppen, lange Spaziergänge und kleine Konzerte. Irgendwie war ich an diesen Wochenenden immer total befreit. Mein Traum war es immer, dort irgendwann zu wohnen, mit meiner Mum und ihrem Freund (sein Haus) und eigentlich war das auch immer geplant, dass wir irgendwann rüberziehen. Ich habe mir anfangs sogar ein paar Schulen angesehen, manchmal haben wir schon geplant, in welcher Farbe mein Zimmer gestrichen wird. Oft denke ich drüber nach, was jetzt wäre, wenn ich in Lüneburg "erwachsen" geworden wäre. Aber bringt auch nichts. Die Stadt, die Zeit und der Exfreund meiner Mum fehlen mir sehr, weil er wie ein zweiter Dad für mich war und manchmal hab ich mir heimlich gewünscht, er wäre mein Dad. Das ist ziemlich gemein, aber teilweise bin ich wirklich immernoch 15. Oh ich bin abgedriftet, ursprünglich wollte ich darauf hinaus, dass ich die Zeit irgendwie auch mit dem Beginn der Essstörung verbinde, aber nicht wirklich im negativen Sinne. Da war alles noch so neu, meine kleine Welt, in die ich eingetaucht bin, wo es so viel zu entdecken gab, so viele neue Gedanken, die intensive Beschäftigung mit Nahrungsmitteln, Kalorien und meinem Aussehen. Der Duft des Sommers und meinem kleinen Geheimnis, welches mich über die Kopfsteinpflaster durch die süßen kleinen Straßen begleitet hat, das sich irgendwann mit dem Duft nach Kaffee am Stint vermischt hat, in der warmen Sonne zwischen lachenden Menschen sitzen und dankend den Kuchen ablehnen, mein erstes Tiefstgewicht haben und nicht im Ansatz über die Konsequenzen des Ganzen nachdenken, welche mich die nächsten, mittlerweile 6 Jahre, begleiten. Ziemlich lange Zeit. Naja, sonst fühl ich mich momentan ein bisschen einsam, ich muss in meiner Heimatstadt eine Woche auf den neuen Welpen aufpassen, kann nirgendwo hin, weil die Kleine bei der Hitze nach kurzer Zeit immer sehr müde wird, also hänge ich hier in der Wohnung ab und schaue irgendwelche Serien, warte, bis ich wieder dünner bin, bin aufgrund der wenigen Ablenkung extrem fixiert auf das Ganze, was ja an sich auch nicht so schlecht ist. Aber diese Einsamkeit gefällt mir zur Zeit nicht. Zwischendurch kommen dann so Gedanken wie "Will ich überhaupt in dieser Studierstadt leben? Wollte ich nicht immer ganz oben im Norden wohnen? Was fehlt in meinem Leben?" Aber die haben alle keinen Sinn. Natürlich werd ich mein Studium dort erstmal beginnen, vielleicht wechsel ich ja nach ein paar Semestern einfach die Hochschule und zieh um. Und was mir fehlt, das kann ich auch nicht genau definieren, außer Danny, aber ich denke, dass mit Beginn des Studiums auch alles besser werden wird, weil ich dann wieder eine richtige Aufgabe habe, und nicht nur hungern und die Thekenarbeit im Club. Ich hab grad eine Art Deja-Vu, heute vor einem Jahr hab ich diesen Beitrag hier geschrieben, da hatte ich grad die Zusage für mein Studium, habe aber noch auf eine Zusage in Hamburg gewartet, und ich kam von einer Sitzung mit meiner Ex-Therapeutin, und habe anschließend ein "Essen" mit meinen Freunden geplant, mit Fanta Zero und Gemüse :-D Himmel hilf. Wenn ich da gewusst hätte, dass ich 2 Monate später 10kg weniger wiege und 3 Monate später in der Klinik lande und meine Zukunft erstmal auf Eis lege. Naja, jedenfalls Deja-Vu, weil ich grad wieder Sehnsucht nach Hamburg/Umgebung habe, wieder Fanta Zero en masse trinke und motiviert hoch1000 bin, mein Gewicht drastisch zu reduzieren. 1 Jahr, 365 Tage später, und ich bin immernoch ein Vollidiot. Erst stand da statt "Vollidiot", "immernoch dieselbe", aber das stimmt nicht. Ich habe mich verändert. Ich bin selbstbewusster geworden, ich bin stärker geworden, ich handle nicht mehr nur, um anderen zu gefallen. Und darauf bin ich stolz. Ich bin zwar ein Vollidiot, weil ich scheinbar noch nicht hart genug durch die MS auf die Schnauze geflogen bin, und ich bin noch lange nicht die Person, die ich sein möchte, aber wer ist das schon.
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schön geschrieben.. alles nachvollziehbar. ich hoffe nur, die stärkere elina weiß ihr leben vllt doch ein bißchen mehr zu schätzen jetzt und lässt es nicht wieder so weit kommen, wie vor einem jahr. denn dann würdest du wieder dastehen und deine zukunft, die du dir ja auch schön ausmalst, auf die du dich freust, schon wieder auf eis legen. und lass danny danny sein. wir brauchen ihn nicht. <3
AntwortenLöschenich könnte mir eine whatsapp-gruppe glaube schon schön vorstellen.. wenn es dann nicht ausschließlich nur um abnehmen geht (sag ich grade nicht nur zu dir, sondern zu mir selbst auch) ich hab nämlich die erfahrung gemacht, dass das meist nicht so gut tut. verstehst du was ich meine?
was sagen die andern?
schmatzer auf die stirn. ;)
Dankeschön, Liebes, für dein Kommentar!
AntwortenLöschenDie Lieder werde ich mir heute noch runterladen, quasi als Belohnung wenn ich heute mein Sportprogramm fertig habe.
Ich denke, wenn man anfängt, in eine Magersucht zu geraten, bemerkt man das meist überhaupt nicht. Essen wurde für mich erst zum Kampf, als es irgendwie nicht weiterging ...
Diese Pro-Ana-Blogs verstehe ich aber auch überhaupt nicht. Wer bitte freut sich denn über das Kommentar "Ich stehe auf deine Beinlücke"? Diese Mädchen begreifen wahrscheinlich nicht mal, wie krank und gefährlich sowas ist. Wie du siehst, kann ich mich da genauso aufregen wie du.
Naja, auf die Schnauze fliegen kann man schon mal. Aber wie ich das sehe, bist du ja auch wieder aufgestande.
Im übrigen kann ich auch nie dazulernen. Ich sage mir "hör auf zu fasten, das ist nicht gut" und dann kommen diese Tage, an denen ich trotzdem nicht esse. Oder an denen mir 500 wie eine monströse Zahl erscheint, ach was, 200 ist schon viel zu viel.
Man kann das nicht ausschalten, von heute auf morgen.
Aber für deinen Neustart, und das Studium kann man ja durchaus als solches betrachten, wünsche ich dir viel Erfolg und die Kraft, alles zu meistern, bis du an dein Ziel kommst.
Alles Liebe,
Lovely
jo, altstadt (oder neustadt auch noch), ah, selbst bis häcklingen und am altenbr. ziegelhof (zob) lässt sich super wohnen :p wenn sich die sehnsucht nach lg so teilt, dann muss der charme bemerkenswert sein.. issa auch. allein stint&sande, ja (natürlich au ne unerwähnt von dir geblieben, zu recht)...gut, nur des kopfsteinpflaster war jezz noch nie so meins^^ und mitta leuphana hat sich die stadt natürlich als universitätsstadt auf alle zeiten unattraktiv gemacht :p naja, dafür schauts wenigstens baulich schick aus^^ ja, dass is doch der klassiker des gewinns einer MS, unfassbar viel selbstvertrauen (hohe disziplin, alles unter kontrolle, bis ins x'te detail, grenzen austasten &ggf überwinden), unfassbar schön - zumindest eben für sich selbst (leicht wie eine elfe...).. und was eine pointe wenn man von diät und jojo liest, nur was dem einen nach oben, dem annan nach unten... ahoi
AntwortenLöschendeine worte wecken in mir die sehnsucht ...
AntwortenLöschenfalls dir die decke auf den kopf fällt, komm mich besuchen. ich weiß zwar nicht wo du wohnst, aber in meiner heimatstadt warst du mal in der Uniklinik, wenn ich mich nicht irre :D und dann könnten unsere welpen zusammen spielen <3 (falls sie nicht vorher einen hitzeschlag bekommen)